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Das Hochzeitskleid, das nicht weiß war, und der König, der dafür abdankte: die Geschichte von Wallis-Blau

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Das Hochzeitskleid, das nicht weiß war, und der König, der dafür abdankte: die Geschichte von Wallis-Blau

Es gibt ein Hochzeitskleid, das nicht weiß war - und genau es löste eine der größten Krisen in der Geschichte der britischen Monarchie aus. Als Wallis Simpson am 3. Juni 1937 den ehemaligen König Edward VIII. heiratete, trug sie ein Kleid in einem ungewöhnlichen grau-blauen Ton, bewusst gewählt, um zur Farbe ihrer Augen zu passen. Heute nennt man diesen Ton „Wallis-Blau".

Ihre Liebe skandalisierte Großbritannien. Simpson war Amerikanerin, zweimal geschieden - inakzeptabel für die Königsfamilie, die Regierung und die Kirche. Edward schenkte ihr einen Verlobungsring von Cartier mit einem fast 20 Karat schweren Smaragd, und am 10. Dezember 1936 dankte er vom Thron ab, um sie heiraten zu können, und wurde Herzog von Windsor. Wenn ein König eine Frau über die Krone stellt, bleibt das ganze Imperium darüber streiten, wer eigentlich mehr verloren hat.

Das Kleid war das Werk des Pariser Hauses Mainbocher - Seidenkrepp mit körperbetontem Schnitt und eine kurze Jacke mit gerafftem Oberteil, Knöpfen vorne und gerafften Ärmeln. Ein hoher Kragen, akzentuiert mit einer Brosche aus Saphir und Diamanten, ein Strohhut von Caroline Reboux mit Tüll und Federn sowie Schmuck von Van Cleef & Arpels und Cartier. Alles war gewählt, um eine Botschaft zu senden - diese Frau schreibt ihre eigenen Regeln.

Kein einziges Mitglied der Königsfamilie nahm an der Hochzeit teil. Das Kleid wird heute im Metropolitan Museum in New York aufbewahrt, doch es ist zu Creme verblasst - das ursprüngliche „Wallis-Blau" lässt sich praktisch nicht mehr nachbilden. Darin liegt etwas Symbolisches: Die Farbe, die einen Aufruhr auslöste, verblasste mit der Zeit, doch die Geschichte der Frau, die aus Liebe die Grundfesten der Monarchie erschütterte - die blieb lebendig.