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iPhone und Android sprechen endlich heimlich: Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten nach 15 Jahren

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Nach 15 Jahren Warten können iPhone- und Android-Nutzer endlich Nachrichten austauschen, die Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Seit Montag wird die neue Funktion in Beta zwischen Telefonen mit den neuesten Betriebssystemversionen ausgerollt.

Ende-zu-Ende verschlüsselte Nachrichten bedeuten, dass im Transit niemand - weder Hacker, Regierungen noch die Plattformbetreiber selbst - den Inhalt der Nachricht lesen kann. Apples iMessage ist seit 2011 verschlüsselt. Android-Nutzer verschlüsseln untereinander seit 2021. Aber Nachrichten von iPhone zu Android - bis heute Klartext.

Über den Grund könnte man ein ganzes Buch schreiben. Apple weigerte sich, den RCS-Standard zu unterstützen - die Technologie, die SMS durch moderne Funktionen wie Tippanzeigen, Lesebestätigungen, Emoji-Reaktionen und, ja, Verschlüsselung ersetzt. Bis 2023 stand Apple stur hinter dem geschlossenen iMessage. Der Regulierungsdruck brach diese Politik.

Bis dahin war das verbindende Phänomen amerikanischer Teenager die „grünen Blasen" - die Nachrichten von Android-Nutzern, die im iMessage als grüne Punkte in einer blauen Welt erschienen. Das scheue „grüne Stigma" bekam sogar akademische Aufsätze.

Der verschlüsselte RCS-Rollout ist im Beta-Stadium, die meisten Nutzer haben den Zugang noch nicht sofort. Wenn das iPhone-Android-Gespräch verschlüsselt ist, erscheint ein Schloss-Symbol auf dem Bildschirm. Ein Symbol des Sieges der Regulierung über geschlossene Ökosysteme - der übrigens fast zwei Jahrzehnte zu spät kam.