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Prime Video kopiert TikTok: die vierte große Plattform in einem Jahr, die Angst vor Kurzvideo hat

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Amazon hat in der Prime-Video-App die Funktion „Clips" hinzugefügt - einen vertikalen Feed mit Kurzvideos, die aussehen und scrollen wie TikTok. Start in den USA auf iOS, Android und Fire-Tablets, mit breiterem Rollout im Sommer. Die Idee ist einfach: 30 Sekunden aus einer Serie, dann weitere 30, bis du „Ganzes ansehen" antippst.

„Clips bietet einen völlig neuen Weg des Stöberns mit kurzen, personalisierten Aufnahmen, angepasst an die Interessen des Nutzers," sagt Brian Griffin, Leiter Global Customer Experience bei Prime Video. Übersetzung: Der Algorithmus arbeitet nun auch für sie, und genau die Abhängigkeit, die Netflix lange über Empfehlungen aufbaut, bekommt jetzt ihren eigenen vertikalen Feed.

Amazon ist hier kein Innovator. Hat bereits in der NBA-Saison getestet - kurze Clips, die wie Kurzvideo gescrollt werden. Netflix, Peacock, Tubi, Disney - alle haben ihre Varianten. Netflix nutzt sogar denselben Namen: „Clips". Wenn vier große Streamer in einem Jahr dieselbe Funktion einbauen, ist das kein Trend mehr - es ist Angst.

Die Streamingplattformen sehen TikTok und YouTube Shorts ihnen in Sehstunden davonziehen. Ein junger Nutzer, der drei Stunden täglich Kurzvideo scrollt, hat einfach keine Zeit für eine Serie mit 8 Folgen. Die gefundene Lösung: Kurzvideo in dieselbe App stecken, sie in „Trailer" verwandeln und hoffen, dass jemand bleibt und mehr sieht.

Die Frage ist, ob das funktioniert. Wenn du auf Prime Video gehst, um einen Film zu sehen, willst du wirklich zuerst durch 40 Kurzclips scrollen? Oder schafft Amazon am Ende dasselbe Problem, das Netflix lösen will - „was schaue ich" - nur in einem schnelleren, aggressiveren Format. Kein Ansatz, sondern das Hinzufügen einer weiteren Fläche für Werbung und algorithmischen Push.