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Lafčiski in Tirana: mazedonisch-albanische Militärkooperation rund um Korridor VIII und NATO-Missionen im Kosovo

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Generalmajor Saško Lafčiski, Chef des Generalstabs der mazedonischen Armee, befindet sich auf einem dreitägigen offiziellen Besuch bei den albanischen Streitkräften. Der Besuch dauert vom 11. bis 13. Mai - in einer Phase, in der sich die Region zunehmend um gemeinsame Sicherheitsprojekte sammelt, alle unter dem NATO-Schirm.

An den Treffen nahmen sein albanischer Kollege Generalleutnant Arben Kindži und Verteidigungsminister Ermal Nufi teil. Die Gespräche konzentrierten sich auf „bilaterale militärische Kooperation, Erfahrungsaustausch, Stärkung der regionalen und kollektiven Sicherheit und Stabilität" - eine Formulierung, die in der Diplomatie immer gleich klingt, unter den aktuellen Bedingungen aber konkretes Gewicht erhält.

Der albanische Minister Nufi hob besonders die Bedeutung des Korridors VIII für die militärische Mobilität und die Sicherheit des Westbalkans hervor. Wichtig: Korridor VIII (Durrës - Skopje - Sofia - Warna) ist eine der zentralen Transport- und Strategieachsen, die Adria und Schwarzes Meer verbinden. In einer Ära, in der der Krieg in der Ukraine alle europäischen Lieferketten umformt, wird genau dieser Korridor zu einem geopolitischen Instrument.

Lafčiski besucht außerdem das Spezialeinsatzregiment der albanischen Streitkräfte, um sich mit dessen operativen Fähigkeiten vertraut zu machen. Die Delegation spricht auch über konkrete Einsätze in den Missionen EUFOR ALTHEA in Bosnien und NATO KFOR im Kosovo - zwei Missionen, in denen mazedonische und albanische Soldaten bereits Seite an Seite arbeiten.

Die größere Geschichte ist: Mazedonien und Albanien stimmen ihre Ansätze zu SEDM/SIBRIG und zur A-5-Charta mit den USA ab. Das ist Teil eines langfristigen Plans - die Armeen der Region sollen als ein einziges Einsatzkorps unter der NATO funktionieren. Klingt bürokratisch. In der Praxis heißt es: Bricht ein Konflikt aus, ist die gemeinsame Antwort operativ schon vorbereitet.

Für den Balkan ist das eine bedeutsame Szene. Die alten Rivalitäten zwischen albanischen und mazedonischen Staaten - die Rivalitäten der 90er, die die Region prägten - werden jetzt von gemeinsamen Sicherheitsprioritäten verdrängt. Nicht weil sie gelöst wurden, sondern weil Brüssel und Washington es so wollen. Das ist die Realität des 21. Jahrhunderts: Die NATO eint, was die Geschichte trennt.