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233 Kilometer pro Stunde, und die schwangere Ehefrau schaut aus dem Fahrerlager zu: Was die Kameras in Monza nicht filmten

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233 Kilometer pro Stunde, und die schwangere Ehefrau schaut aus dem Fahrerlager zu: Was die Kameras in Monza nicht filmten

Zweihundertdreiunddreißig Kilometer pro Stunde. So schnell war der Ferrari von Charles Leclerc, als er in der dritten Runde des Rennens in Monza die Kontrolle verlor und in die Leitplanke einschlug. Der Fahrer stieg allein aus, auf eigenen Beinen, und durchlief anschließend das übliche medizinische Protokoll. Das ist der Teil, den alle sahen.

Der Teil, der nicht live übertragen wird, spielte sich im Fahrerlager ab. Dort stand Alexandra, seine Frau, in einem roten Kleid in der Teamfarbe, hochschwanger mit ihrem ersten Kind. Wie lange dreißig Sekunden ohne Information dauern, wenn der Mann, den du gegen eine Wand fahren siehst, der Vater des Kindes ist, das du trägst - das misst kein Zeitmessgerät der Formel 1.

Monza ist keine gewöhnliche Strecke. Sie ist die schnellste im Kalender, ein 1922 eröffneter Kurs, gebaut um lange Geraden, auf denen die Autos den größten Teil der Runde mit Vollgas zurücklegen. Jedes Jahr wird über Sicherheitsnachrüstungen gesprochen, jedes Jahr kommt etwas hinzu, und jedes Jahr fährt jemand mit einer Geschwindigkeit in die Begrenzung, bei der ein Auto aufhört, ein Auto zu sein.

Leclerc ist 28, Alexandra 24. Sie heirateten standesamtlich am 28. Februar dieses Jahres, nach drei gemeinsamen Jahren. Die Schwangerschaft behielten sie für sich, bis sie beim Rennen in Ungarn Ende Juli sichtbar wurde - was in einem Sport, dessen Kameras ebenso auf das Fahrerlager wie auf die Strecke gerichtet sind, ein kleiner Sieg der Privatsphäre ist. Die kirchliche Trauung wurde auf nächstes Jahr verschoben, nach der Geburt.

Ferrari wird, wie jedes Team, den Einschlag analysieren, die Telemetriedaten auslesen und mitteilen, dass alles funktioniert habe. Wahrscheinlich hat es das. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „das System hat seine Arbeit getan“ und „der Mann kam unverletzt heraus, weil er Glück hatte“ - und dieser Unterschied taucht in offiziellen Berichten selten auf.

Alexandra fuhr noch am selben Abend mit ihrem Mann ins Hotel zurück. Am nächsten Wochenende wird sie wieder im selben Fahrerlager sitzen, auf einer anderen Strecke, und wieder zusehen. In diesem Sport ist das der Normalfall.