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Vardar kehrt nach fünf Jahren in die Champions League zurück - und trifft sofort auf den Trainer, der ihn zum Titel führte

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Vardar kehrt nach fünf Jahren in die Champions League zurück - und trifft sofort auf den Trainer, der ihn zum Titel führte

Vardar kehrt nach fünf Jahren in die Champions League zurück, und gleich in Deutschland

Am Donnerstag, dem 10. September um 20:45 Uhr, eröffnet RK Vardar 1961 in der Rothenbach-Halle in Kassel seine Europareise gegen Melsungen. Zuletzt traten die Skopjaner in der Champions League im Play-off der Saison 2020/21 an, den letzten ihrer beiden Titel gewannen sie vor sieben Jahren. Melsungen wiederum tritt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte an - als Sieger der EHF European League.

Die Ironie steckt im Namen auf der deutschen Bank. Dort sitzt Roberto García Parrondo, der Mann, der Vardar 2019 zum Champions-League-Titel führte. „Mit dem Gewinn der European League hat sich die Mannschaft ihren Platz in der Champions League verdient. Jetzt messen wir uns mit den besten Teams Europas. Das ist eine enorme Motivationsquelle“, sagt Parrondo. Auf der anderen Seite steht Ivan Čupić, in seiner zweiten Saison auf der Bank jenes Klubs, für den er fünf Jahre als Rechtsaußen spielte - und mit dem er ebendiesen Titel gewann, unter demselben Trainer.

Čupić und Gogov spielen nicht mit Worten: „Melsungen ist Favorit“

Vardar hat die bessere Bilanz - vier Begegnungen, drei Siege für die Skopjaner, einer für die Deutschen. Und das sind keine Partien aus dem Archiv: Die letzten beiden Duelle liegen nur ein halbes Jahr zurück, in der Hauptrunde der European League 2025/26, als Vardar zu Hause und auswärts gewann - gegen jene Mannschaft, die am Ende den Titel holte. Trotzdem will Čupić keines dieser Ergebnisse in diese Rechnung aufnehmen.

„Wir erwarten ein völlig anderes Spiel als jene, die wir vergangene Saison gegen Melsungen gespielt haben. Das ist die Eröffnung der Champions League, der Gegner hat den kompletten Kader und geht als Favorit hinein. Unsere Aufgabe ist zu zeigen, dass wir für diesen Wettbewerb bereit sind, und in Deutschland um ein positives Ergebnis zu kämpfen“, sagte der Trainer. Kapitän und Torhüter Vasil Gogov ergänzt: „Wir erwarten ein schweres Spiel gegen einen starken Gegner mit breitem Kader, der aus neun wie aus sechs Metern gefährlich ist. Unsere Mannschaft hat großes Potenzial, aber wir müssen weiter hart arbeiten.“ Vardar ist mazedonischer Meister der Vorsaison, und dies ist seine sechzehnte Kampagne in der Elite.

Neues Format: 24 Teams, sechs Gruppen und sechs Spiele, in denen man sich nirgends verstecken kann

In dieser Saison läuft die Champions League nach einem neuen System - die erste Änderung, seit alle europäischen Klubwettbewerbe vor der Saison 2020/21 reformiert wurden. Statt der bisherigen 16 treten in der Gruppenphase 24 Teams an, verteilt auf sechs Gruppen zu je vier. Die ersten beiden jeder Gruppe kommen in die Hauptrunde, die übrigen 12 spielen weiter im Play-off der EHF European League.

Der Effekt ist mathematisch brutal. Die Gruppenphase dauert nun nur noch sechs Runden statt vierzehn, was heißt: Ein schlechter Tag richtet weit mehr Schaden an als im Vorjahr. Jedes Team, das das Final Four erreicht, spielt exakt 18 Partien - sechs in der Gruppe, acht in der Hauptrunde, zwei im Viertelfinale und zwei in Köln. Früher kamen manche Teams mit 18, andere mit 20 Spielen dorthin, je nach Weg. Es ist angeglichen, aber auf Kosten der Fehlermarge. Vardar kehrt genau in jenes Format zurück, das Mannschaften bestraft, die Zeit brauchen, um in Fahrt zu kommen.

Drama in „Biljanini Izvori“: Atanasijević rettete Pelister in der letzten Sekunde

Das erste große Derby der Männer-Super-Liga wurde jeder Erwartung gerecht. In Ohrid trennten sich RK Ohrid und Eurofarm Pelister 28:28, nach einem Spiel, in dem die Führung bis zum letzten Angriff wechselte. Pelister startete stärker und führte 6:8, doch die Gastgeber kamen zurück und gingen in der 21. Minute erstmals mit 11:10 in Front. Zur Pause dann doch wieder die Bitolaer - 13:14.

Der zweite Durchgang war dieselbe Geschichte. Ohrid führte in der 37. Minute 18:16, die Entscheidung fiel in den letzten Sekunden: Ohrid war einen Schritt vom Sieg entfernt, doch Petar Atanasijević traf in der letzten Sekunde zum 28:28. Erfolgreichste Werfer waren Dominik Mathe mit 11 Toren für Ohrid und Filip Kuzmanovski mit 10 für Pelister. Das Remis ist gerechter als jeder Sieg - aber für das heimische Publikum ist das ein schwacher Trost, wenn der Sieg in der letzten Sekunde verschwindet. Es folgen Struga für Ohrid und Monte Essen zu Hause für Pelister.

Tomovski mit sieben Paraden, doch Bietigheim verlor gegen Lemgo

Der mazedonische Nationaltorhüter Martin Tomovski lieferte in der deutschen Bundesliga eine weitere solide Partie ab, doch Bietigheim verlor daheim gegen Lemgo mit 29:36. Tomovski verbuchte sieben Paraden und war phasenweise der Grund, weshalb seine Mannschaft überhaupt im Spiel blieb.

Sieben starke Aktionen und sieben Tore Rückstand - das ist die ganze Geschichte eines Torhüters in einem Team, das ihm nicht hilft. Der mazedonische Handball exportiert seit Jahren seine Spieler einzeln, auf Bänke, wo jedes ihrer guten Spiele als persönliche Statistik zählt und nicht als Ergebnis. Tomovski ist bei einem Klub, der im unteren Tabellendrittel kämpft; seine Paraden sind dort Verbrauchsmaterial. Wenn Vardar am Donnerstag zeigt, dass es mit Melsungen mithalten kann, haben wir wenigstens eine Geschichte, in der sich der mazedonische Handball nicht an einer fremden Niederlage misst.