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Von Ranias Opulenz zu Rajwas Minimalismus: dreißig Jahre Brautkleider am jordanischen Hof

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Von Ranias Opulenz zu Rajwas Minimalismus: dreißig Jahre Brautkleider am jordanischen Hof

Wenige Königshöfe werden so genau beobachtet wie der jordanische - und die Brautkleider der Haschemiten sind seit Jahrzehnten ein Spiegel der Zeit, in der sie genäht wurden. Von der Opulenz der Neunziger bis zum heutigen Minimalismus erzählt jede Braut in Amman ihre eigene Geschichte - und die Reihenfolge dieser Geschichten ist die Modegeschichte im Kleinen.

Der Beginn der modernen Chronik ist der 13. Juni 1993: Die künftige Königin Rania heiratete in einer Kreation von Bruce Oldfield mit kurzen Ärmeln, einem breiten Revers-Kragen, Goldstickerei und voluminösem Rock - dazu Handschuhe und ein breites Diadem. Der reine Geist der Neunziger: Mehr ist mehr, und die Krone soll von Weitem zu sehen sein.

Ein Jahrzehnt später, im Mai 2004, wählte Prinzessin Noor die entgegengesetzte Richtung: ein Glockenkleid mit langen Ärmeln, geschlossenem Hals und taillierter Linie, ganz bestickt, mit einem Schleier im gleichen Ton. Eleganz, die leise spricht - eine Ankündigung dessen, was kommen sollte.

Die wahre Wende kam 2023, mit zwei Hochzeiten im selben Jahr. Im März heiratete Prinzessin Iman in einem minimalistischen Dior von Maria Grazia Chiuri - weiß, lange Ärmel, A-Linie, ohne ein einziges überflüssiges Detail. Drei Monate später, am 1. Juni, trug Rajwa Al Saif das Kleid, über das die Welt noch immer spricht: Elie Saab mit asymmetrischem Ausschnitt und einer kunstvollen, perforierten Schleppe mit floralen Motiven. Für den Empfang - Dolce & Gabbana Alta Moda mit dreidimensionaler Blumenstickerei und Opernhandschuhen.

Das letzte Kapitel schrieb Prinzessin Aisha im Mai 2025: Phillipa Lepley Couture aus italienischem Duchesse-Satin, mit handbesticktem Tüll darüber. Stiller Luxus in reinster Form - genau das, was die Modeindustrie heute als Gipfel der Raffinesse verkauft.

Von Ranias Goldstickerei bis zu Aishas satinener Stille ist der Bogen klar: Je sicherer eine Dynastie in ihrem eigenen Bild wird, desto weniger Schmuck braucht sie. Auch bei uns gehen die Hochzeitskleider in dieselbe Richtung - weniger Kristalle, mehr Schnitt. Der Unterschied ist, dass die jordanischen Bräute es mit einem Team von Weltdesignern tun, und das Ergebnis, ehrlich gesagt, schauen und kopieren wir alle.