Skip to content

Stoilković prahlte, Vučić habe in Kumanovo gewonnen, und gratulierte dann den Studenten, die ihn in Serbien besiegt haben

1 Min. Lesezeit
Teilen
Stoilković prahlte, Vučić habe in Kumanovo gewonnen, und gratulierte dann den Studenten, die ihn in Serbien besiegt haben

In Kumanovo hat Vučić klar gewonnen. In Serbien nicht. Vizepremier Ivan Stoilković, Chef der Demokratischen Partei der Serben in Mazedonien, schrieb auf Facebook, im Wahllokal in Kumanovo habe die Liste „Vereintes Serbien“ 487 Stimmen geholt, die Studentenliste nur 35.

Dazu postete er einen Rosmarinzweig. Kein Zufall: „Ruzmarin“ (Rosmarin) ist ein Lied, das Teil des Wahlkampfs der Serbischen Fortschrittspartei wurde. Vučić selbst erklärte in einem TV-Auftritt, man habe es bei Veranstaltungen gespielt, nachdem er gemerkt habe, dass die Leute dazu feiern. Später, sagte er, habe er erfahren, dass es das Lieblingslied von Ratko Mladić gewesen sei - von dieser Verbindung habe er vorher nichts gewusst.

Laut den Zahlen, die Stoilković teilte, bekam „Vereintes Serbien“ in Skopje 507 Stimmen, die Liste „Die Studenten gewinnen“ 150. Insgesamt, an beiden Wahlorten in Mazedonien: 994 zu 185 für Vučićs Koalition. Eine Quelle für die Zahlen nannte er nicht, auch nicht, ob sie endgültig sind.

Das Problem: In Serbien selbst ist das Bild umgekehrt. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl siegte die Studentenliste, Vučićs Koalition wurde Zweite und geht nach 14 Jahren an der Macht in die Opposition. Die Studenten sollen 140 Abgeordnete stellen, Vučićs Block 103.

Stoilković passte sich schnell an. In einem zweiten Post gratulierte er der Studentenliste: „Möge dieser Sieg für Sie eine Verpflichtung sein, Serbien voranzubringen, uns in der Region zu stärken und uns unter Ihrem Schutz zu halten.“ Im selben Post dankte er Vučić „für die bisherige Unterstützung und Zusammenarbeit“ und schloss mit „Es lebe Serbien! Es lebe die jahrhundertealte serbische Einheit!“.

Hier liegt die eigentliche Frage, und mit Kumanovo hat sie nichts zu tun. Ein Vizepremier der mazedonischen Regierung bittet die neue Führung eines Nachbarstaats, Bürger Mazedoniens „unter ihrem Schutz zu halten“. Wird irgendjemand in der Regierung etwas dazu sagen - oder geht auch das als ein weiterer Facebook-Post durch?