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Charles III. nennt die Sklaverei ein schändliches Kapitel, das ihn mit Entsetzen erfüllt: Eine Entschuldigung gibt es nicht, über Entschädigung will London nicht einmal reden

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Charles III. nennt die Sklaverei ein schändliches Kapitel, das ihn mit Entsetzen erfüllt: Eine Entschuldigung gibt es nicht, über Entschädigung will London nicht einmal reden

König Charles III. stand beim CHOGM-Gipfel in Antigua und Barbuda vor den Staats- und Regierungschefs der 56 Commonwealth-Länder und sprach den Satz aus, auf den die Karibik jahrzehntelang gewartet hatte: Der transatlantische Sklavenhandel sei ein schändliches Kapitel, das ihn, wie er sagte, mit Entsetzen und tiefer persönlicher Trauer erfülle. Starke Worte. Nur das am meisten geforderte Wort - „Entschuldigung“ - fiel nicht.

Vor der Rede hatte der Palast angekündigt, der König werde die schändlichsten Seiten der Vergangenheit nicht umgehen. Und er umging sie tatsächlich nicht - er beschrieb sie. Doch beschreiben ist das eine, Verantwortung übernehmen das andere. Im britischen System geht einen solchen Schritt nicht der König im Alleingang, sondern die Regierung, und die hat die Linie im Voraus gezogen.

Premierminister Andy Burnham erklärte, er sei „bereit“, über eine Entschuldigung nachzudenken, und bot Gespräche über eine Entschuldigung für die Sklaverei an - nicht aber über finanzielle Entschädigung. Mit anderen Worten: Über Worte lässt sich verhandeln, über Geld nicht. Ein bekanntes Muster: Eine Großmacht gesteht Schuld auf dem Papier ein und hält den Geldbeutel geschlossen.

Vor dem Saal versammelte sich ein kleiner Protest, der eine Entschuldigung und Reparationen forderte. Drinnen empfing der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne - einer der lautesten Fürsprecher von Reparationen für die Sklaverei - den König nach der Rede herzlich. Diplomatie in zwei Bildern: draußen Forderungen nach Reparationen, drinnen ein warmer Empfang.

Charles sprach nicht nur über die Vergangenheit. Die Rede umfasste Vertrauen zwischen Staaten, Konflikte, Technologie, Klimawandel und den Verfall der Natur, mit der Botschaft, die Commonwealth-Länder könnten aus der Vergangenheit lernen und gemeinsam die Zukunft gestalten. Klassisches königliches Repertoire: breit, würdevoll und ohne eine einzige Verpflichtung, die etwas kosten würde.

Die Reise hatte ihn zuvor zu Staatsbesuchen auf die Bahamas und nach Guyana geführt, in Antigua stieß Königin Camilla dazu. Die letzte Etappe sollte die schwierigste sein - und der König meisterte sie mit einer Rede, die Medien bereits historisch nennen. Die Frage ist, ob sich die Karibik mit einer historischen Rede zufriedengibt, wenn sie etwas fordert, das sich in Geld und einem offiziellen „Entschuldigung“ bemisst.