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Innenministerin in einem Staat, in dem die inneren Angelegenheiten ein einziger Mann regelt: Die Schwester des Königs von Eswatini ist gestorben

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Innenministerin in einem Staat, in dem die inneren Angelegenheiten ein einziger Mann regelt: Die Schwester des Königs von Eswatini ist gestorben

Eswatini ist eine der letzten absoluten Monarchien der Welt, und diese Woche kam von dort eine Nachricht, die viele westliche Medien in denselben Satz packten: Prinzessin Lindiwe Dlamini ist gestorben, die Schwester von König Mswati III. - dem Mann mit sechzehn Ehefrauen. Die Zahl stimmt. Die Frage ist, warum sie die Schlagzeile ist und nicht die Frau, die gestorben ist.

Lindiwe Dlamini hatte Krebs und war lange krank. Sie war verheiratet und hatte drei Kinder. Ihre Laufbahn begann 1985 als Verwaltungsangestellte, 2008 trat sie in die Regierung ein, 2018 wurde sie Abgeordnete, und bis 2023 war sie Innenministerin. Auf internationalen Konferenzen setzte sie sich für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen ein. All das ist die Biografie einer Politikerin mit vier Jahrzehnten Dienstzeit - und dennoch ist das Erste, was die Welt über sie erfährt, wessen Schwester sie war.

Ein Königreich, das wie eine Familienfirma funktioniert

Mswati III. bestieg den Thron mit achtzehn und regiert seither ohne ein Parlament, das ihm Nein sagen könnte. Sein Vater, König Sobhuza II., hatte rund siebzig Ehefrauen, was bedeutet, dass der amtierende König etwa zweihundertzehn Brüder und Schwestern hat. Das ist kein exotisches Detail für die Gutenachtlektüre - das ist ein Mechanismus. Wenn Staatsapparat und Familie dasselbe sind, bekommt man einen Ministersessel nicht, man erbt ihn.

Das Land umfasst 17.364 Quadratkilometer, weniger als Mazedonien. Das Privatvermögen des Königs wird auf über 200 Millionen Dollar geschätzt. Beide Zahlen stehen nebeneinander und verlangen keinen Kommentar.

Warum uns das überhaupt angeht

Weil das Modell nicht so fern ist, wie es aussieht. Nicht die Monarchie - der Mechanismus. Eine Position, die man über den Nachnamen bekommt; eine Institution, die sich mit der Familie ändert, die sie hält; eine Biografie, die nur als Fußnote zum Status eines anderen existiert. Der Balkan kennt diese Szene auswendig, nur ohne Kronen.

Lindiwe Dlamini war Innenministerin eines Staates, in dem die inneren Angelegenheiten ein einziger Mann regelt. Bedeutete dieses Amt etwas? Die Antwort kennen wir nicht und werden sie nie erfahren, denn in Eswatini gibt es keine Opposition, die fragen würde.