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Peppino Mazzullo ist tot: Der Mann, der Topo Gigio 45 Jahre lang seine Stimme lieh, wurde 100 Jahre alt

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Peppino Mazzullo ist tot: Der Mann, der Topo Gigio 45 Jahre lang seine Stimme lieh, wurde 100 Jahre alt

Eine ganze Generation erinnert sich an Topo Gigio - die kleine Maus mit riesigen Ohren und einer Stimme, die klang, als würde sie selbst beim Sprechen lachen. Die Stimme dahinter gehörte fast ein halbes Jahrhundert lang Peppino Mazzullo. Der italienische Schauspieler starb am 30. September eines natürlichen Todes in seinem Haus in Santo Stefano di Briga, einem Ort bei Messina auf Sizilien, wohin er nach seiner Pensionierung zurückgekehrt war. Am 6. Juni war er hundert geworden und hatte das im Kreis von Nachbarn, Freunden und Kollegen gefeiert.

Mazzullo begann 1961, Topo Gigio zu sprechen, und machte das rund 45 Jahre lang, bis 2006. Doch er war nicht nur die Stimme. Er erfand auch die Art, wie die Maus spricht, ihre Ausdrücke und den Charakter, der eine Puppe zum Liebling von Kindern in aller Welt machte. Gigio wurde von Maria Perego und Federico Caldura erschaffen und erschien 1959 erstmals im Fernsehen. Die erste Stimme lieh ihm Domenico Modugno, doch zwei Jahre später kam Mazzullo, und seitdem waren Schauspieler und Figur unzertrennlich.

Die Geschichte blieb nicht auf Italien beschränkt. Mazzullo sprach Gigio auch auf Spanisch, in einer Ende der Achtziger in Madrid synchronisierten Zeichentrickserie. In den Neunzigern erlebte die Maus an der Seite der brasilianischen Moderatorin Xuxa einen zweiten Frühling, und im italienischen Fernsehen teilte sie den Bildschirm mit Stars vom Format einer Raffaella Carrà.

Die schönste Geschichte ist die, die er selbst erzählte. Als er etwa zwei Jahre alt war, sah er ein kleines Wesen neben seinem Bett. Er erschrak so sehr, dass er nach seiner Mutter rufen wollte, aber kein Ton kam heraus. Als er es ihr schließlich erzählte, beruhigte sie ihn: Das sei ein kleiner Zwerg gewesen, der ihm Glück bringen werde. Jahrzehnte später sah er in einem RAI-Studio zum ersten Mal die Puppe von Topo Gigio - und das Gesicht kam ihm bekannt vor.

Er nahm die Puppe und begann, sie zum Leben zu erwecken. Im Studio war der Schauspieler Gino Bramieri, der ihm, kaum hatte er ihn gehört, riet, diese Stimme nicht zu vergessen, denn sie könne ihm viel Geld einbringen. Er hatte recht. Vieles von dem, was Gigio sagte, entstand ohnehin in Mazzullos Kopf: Er improvisierte, und wie er sagte, musste ihm niemand erklären, was er zu tun hatte.

Geboren am 6. Juni 1926, begann er am Theater, studierte in Rom und Mailand und baute dann eine Karriere bei Radio und Fernsehen auf. 2006 hörte er auf, die Figur regelmäßig zu sprechen, trennte sich aber nie ganz von ihr: An seinem hundertsten Geburtstag stand Leo Valli neben ihm, eine der Stimmen, die die Rolle später übernahmen.

Heute entstehen Kinderfiguren in Meetings, mit Fokusgruppen und Marketingplänen. Die Geschichte eines Mannes, der eine Maus seit seinem zweiten Lebensjahr in sich trug und ihr 45 Jahre lang seine Stimme lieh, klingt fast wie aus einer anderen Zeit. Wie viele solcher Stimmen sind uns geblieben?