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Drei von vier Touristen im Juni waren Ausländer, während einheimische Gäste dem eigenen Land den Rücken kehren

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Drei von vier Touristen im Juni waren Ausländer, während einheimische Gäste dem eigenen Land den Rücken kehren

Im Juni hielten sich 113.436 Touristen in Mazedonien auf, die 221.608 Übernachtungen erzeugten. Die Zahl klingt gut, bis man sieht, wer diese Übernachtungen erzeugt - und wer damit aufgehört hat.

Von allen im Juni registrierten Touristen waren 77,2 Prozent Ausländer und nur 22,8 Prozent Einheimische. Bei den Übernachtungen ist das Verhältnis ähnlich: 70,8 Prozent ausländische, 29,2 Prozent inländische. Praktisch kamen mehr als drei von vier Touristen, die das Land im Juni besuchten, aus dem Ausland.

Unter ihnen sticht ein Land deutlich hervor. Aus der Türkei kamen 24.570 Touristen - fast dreimal so viele wie aus Serbien, das mit 8.522 auf Platz zwei liegt. Es folgen Deutschland mit 4.396 und Bulgarien mit 3.207. Allein die Gäste aus der Türkei machen in diesem Monat mehr als ein Fünftel aller Touristen im Land aus.

Das Halbjahr erzählt die eigentliche Geschichte

Hinter einem soliden Juni steht ein schwächeres Bild für das gesamte Halbjahr. Von Januar bis Juni sank die Gesamtzahl der Touristen um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Rückgang kommt vom Inlandsmarkt - bei einheimischen Touristen beträgt das Minus 3,1 Prozent, während ausländische Ankünfte leicht um 0,3 Prozent zulegen.

Bei den Übernachtungen ist die Statistik noch ungünstiger: insgesamt 1,5 Prozent weniger, wobei einheimische Touristen 3,3 Prozent weniger Nächte verbuchten und ausländische 0,7 Prozent.

Die Bedeutung dieser Zahlen ist einfach. Der Ausländer, der herkommt, hält die Saison über Wasser, während der einheimische Gast langsam aus dem eigenen Land verschwindet. Der Grund, warum jemand nicht im eigenen Land Urlaub macht, ist meist kein fehlender Wunsch - es ist die Preisliste. Wenn drei Nächte am Ohridsee so viel kosten wie eine Woche nebenan, trifft sich die Entscheidung von selbst.

Die Abhängigkeit von einem einzigen Markt ist die Kehrseite derselben Medaille. Die Türkei bringt über ein Fünftel aller Gäste. Das ist ausgezeichnet, solange es hält. Die Frage, die kein offizieller Bericht stellt: Was passiert mit der Saison, wenn diese Zahl im nächsten Jahr um die Hälfte fällt - aus einem Grund, der mit Mazedonien nichts zu tun hat?

Juli und August werden zeigen, ob das Minus des ersten Halbjahres aufgeholt wird. Die Struktur aber ändert sich nicht in zwei Monaten.