Čair bekommt ein Schwimmbad für eine Million Euro - 1.800 Fünft- und Sechstklässler lernen im Unterricht schwimmen
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23.04.2026
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12.04.2026
Wenige Schritte trennen die alten Mauern von Trier von einer Landschaft mit Weinbergen. Echte Weinberge, mit Reihen von Riesling, die den Hang zur Mosel hinabziehen, mit den Türmen und Dächern der Stadt darunter, und dem Fluss unten - breit und ruhig. Es braucht nicht viel, um zu verstehen, warum sich die Römer vor mehr als 2.000 Jahren entschieden, hier zu siedeln.
Trier ist die älteste Stadt Deutschlands. Sie wurde im Jahr 16 v. Chr. unter dem Namen Augusta Treverorum auf keltischem Gebiet gegründet. Mit der Zeit wurde sie eine der vier Hauptstädte des Römischen Reichs - das zweite Rom, wie die Einheimischen noch heute mit einem Hauch Stolz sagen. Neun ihrer Denkmäler stehen auf der UNESCO-Liste, sieben davon römisch. Für eine Stadt mit 115.000 Einwohnern ist das eine erhebliche Last an Geschichte.
Der erste Kontakt mit der Stadt ist meist die Porta Nigra - das monumentale nördliche römische Stadttor aus dem Jahr 170, das am besten erhaltene römische Tor nördlich der Alpen. Die Einheimischen nennen es „Pohta", und kaum jemand weiß, dass es nie ganz fertiggestellt wurde - das Geld ging aus, oder die politische Priorität verlagerte sich, und die Bauarbeiten blieben auf halber Strecke. Ein unvollendetes Denkmal, das zum erkennbarsten Symbol der Stadt wurde. Der Humor der Geschichte.
Weitere römische Überreste: das Amphitheater südlich der Stadt, das einst 20.000 Zuschauer fasste und heute Bühne für inszenierte Besuche ist, und die Kaiserthermen mit unterirdischen Gängen und einem Labyrinth aus Sälen. Unter dem Dom „Sankt Peter" verbirgt sich eine geschichtete Geologie: römische Fundamente, mittelalterliche romanische Schicht, Gotik, Barock, moderne Eingriffe - 17 Jahrhunderte an einem Ort. In den Mauern verstecken sich kleine Figuren von Fisch, Fuchs, Drache und Mäusen, was den Besuch zum Spiel macht.
Neben dem Dom steht die Liebfrauenkirche, die älteste gotische Kirche mit Zentralbau in Deutschland. Davor - der Domstein, eine riesige Granitsäule, die der Sage nach der Teufel auf die Kirche schleuderte, als er entdeckte, dass die Trierer ihn beim Bau hereingelegt hatten. Er traf nicht, und die Säule ist bis heute geblieben. Alle Kinder der Stadt behaupten, mindestens einmal darauf geklettert zu sein.
Das Herz der Stadt ist der Hauptmarkt - der Platz mit dem Steinkreuz aus 958, das nach Aussage der Einheimischen das älteste in Europa ist. Der Markt findet an sechs Tagen pro Woche statt. Von März bis November verbindet ein Weinstand direkt auf dem Platz die Winzer der Region mit den Besuchern ohne Vermittler. Rund um den Platz: das Steipe-Haus mit zwei Ritterfiguren, das Rote Haus mit der Legende, Trier sei 1.300 Jahre vor Rom gegründet worden (das glaubt heute niemand mehr, aber im 17. Jahrhundert war es nötig), das Dreikönigenhaus mit byzantinischer Fassade.
Wein ist in Trier kein Produkt, Wein ist Teil der Landschaft. Die Mosel ist die zweitgrößte Riesling-Region der Welt. Von den Olewiger Weinbergen, 20 Minuten zu Fuß vom Zentrum, ist der Blick auf die Dächer und den Fluss klar. Die Bischöflichen Weingüter Trier lagern den Wein in unterirdischen Galerien mit römischen Mauern, die sich unter dem Zentrum erstrecken. Ein Aufzug bringt die Besucher drei Etagen hinab, in eine Welt, in der die Stille nur vom langsamen Blubbern der Gärung gebrochen wird.
Für einen besonderen lokalen Geschmack: Viez ist ein trockener Apfelcider, serviert im Porz-Glas, dazu Flieten (gegrillte gewürzte Hähnchenflügel) oder Moselfisch. Im alten Fischerviertel Zurlauben stehen Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert am Fluss, und von dort starten Schiffe zu Ausflügen. 200 Kilometer Radweg führen entlang des Flusses bis Koblenz.
Wann hin? Trier funktioniert in jeder Jahreszeit. Anfang Juni (6.-7. Juni dieses Jahres) - BrückenGlück, das Fest der Römerbrücke, mit Musik und Tanz über 2.000 Jahre altem Stein. Ende Juni - Altstadtfest, mit freiem Eintritt. Und Ende November bringt vielleicht die schönste Seite der Stadt - den Weihnachtsmarkt auf dem Hauptmarkt, mit kleinen Holzbuden zwischen historischen Gebäuden und dem Geruch von Lebkuchen und Glühwein in den beleuchteten Gassen. „Kaiser Augustus hätte das auch gefallen", sagt man in Trier. Schwer zu widerlegen.
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