Skip to content

Festnahme aus „Belanoca“, Botox-Razzien, Rente mit 72 und Gruevskis Wohnungen wieder in der Auktion

1 Min. Lesezeit
Teilen
Festnahme aus „Belanoca“, Botox-Razzien, Rente mit 72 und Gruevskis Wohnungen wieder in der Auktion

„Belanoca“ jenseits der Grenze gefasst, doch die Frage bleibt daheim

Zwei Verdächtige mit Verbindungen zur Skopjer Gruppe „Belanoca“ wurden bis ins albanische Durrës verhaftet, in der internationalen Operation „Fury“. Einem wird der Mord an einem ARM-Offizier zur Last gelegt, der vor den Augen seiner Tochter erschossen wurde. Die Festnahme ist ein Erfolg für die Polizei, aber auch ein Eingeständnis, dass Verdächtige schwerster Verbrechen frei über Grenzen zogen, bevor sie jemand einholte. Kriminalität kennt keine Grenzen - die Frage ist, warum das System ihr das so lange durchgehen ließ.

Der Botox-Fall kam vor Gericht, doch die Verantwortung wird erst gesucht

Der Fall der illegalen Botox-Präparate weitet sich aus - inzwischen wurden auch Ärzte festgenommen, und an fünf Orten in Skopje gab es Durchsuchungen. Wenn Mittel aus einem illegalen Kanal unter der Haut von Patienten landen, ist das Risiko nicht abstrakt. Auch hier kommt die Aufsicht erst, nachdem der Schaden bereits möglich ist, nicht davor.

Rente mit 72, und die Rechnung zahlt der Arbeiter

Das Rentenalter steigt, und die Gewerkschaften warnen, das Defizit dürfe nicht mit der Gesundheit jener geflickt werden, die schwer körperlich arbeiten und kürzer leben. Das ist kein Zufall - es ist ein Test, wie viel die Öffentlichkeit erträgt. Zugleich kommen Gruevskis Whirlpool-Wohnungen wieder unter den Hammer, zu über 4.000 Euro pro Quadratmeter. Vermögen aus einer zweifelhaften Vergangenheit, beschlagnahmt, nachdem die Justiz mit Verspätung eintraf, wird an die Spitze der Pyramide zurückverkauft - während der einfache Bürger nur zusieht.

Das Netz platzt, und die Sanierung kommt zuletzt

Eine Hauptwasserleitung bei Pintija ist geplatzt und ließ acht Viertel mitten in der Sommerhitze ohne Wasser. Ein jahrzehntealtes Rohr, das bricht, ist keine Naturkatastrophe - es ist die Rechnung für die Jahre, in denen geflickt statt saniert wurde. In Kisela Voda wiederum wurde ein Kinderspielplatz mit Motoröl übergossen - der Diebstahl eines Stücks Kindheit eines ganzen Viertels. Nicht jede Verspätung ist ein Skandal: eine wilde Müllkippe in Karpoš soll ein Park von 72.000 Quadratmetern werden, und Kumanovo rüstet seine Sporthalle auf Gas um. Ankündigungen sind leicht; sie zählen erst, wenn die Bürger tatsächlich durch das fertige Ergebnis gehen.

Im Parlament wird gezählt, bei den Wahlregeln wird verzögert

Die Mehrheit von Hristijan Mickoski wuchs auf 59 Abgeordnete, nachdem die türkische Partei ihre Unterschrift gab - und Plätze in einer Koalition werden selten umsonst vergeben. Zugleich ist das Wahlgesetz blockiert: Die VMRO-DPMNE sagt, die Opposition fürchte eine Niederlage, doch auch die Eile der Regierung verbirgt ihr eigenes Kalkül. Die Spielregeln schreiben erneut jene, die danach spielen werden.

Die Welt: Drohungen, Listen und Sirenen, die zu spät kommen

Trump drohte dem Iran mit tausend Raketen - apokalyptische Rhetorik, flankiert von ganz konkreten Sanktionen, gerichtet ans heimische Publikum ebenso wie an Teheran. Russland wiederum veröffentlichte eine Rangliste der Feinde mit Deutschland an der Spitze und vier Balkanstaaten darauf. Und in Kiew schlug der ballistische Angriff vor den Sirenen ein - unter den Verletzten ein elfjähriger Junge, in einem Krieg, in dem die Technik die Sekunden zwischen Leben und Tod auf ein Minimum verkürzt hat.

Wenn dieser Tag den Institutionen gehört, dann in ihrem schwächsten Moment - jenen, die immer eintreffen, nachdem der Schaden angerichtet ist. Justiz jenseits der Grenze, Aufsicht nach der durchstochenen Haut, Sanierung nach dem geplatzten Rohr. Metla bleibt dort, wo die Frage unbequem ist: nicht nur, wer zu spät kam, sondern wem die Verspätung nützt.

Следете нè на: