Skip to content

Russland geht das Benzin aus: 36-Stunden-Schlangen, und der Ölgigant bittet Belarus und Indien um Kraftstoff

1 Min. Lesezeit
Teilen
Russland geht das Benzin aus: 36-Stunden-Schlangen, und der Ölgigant bittet Belarus und Indien um Kraftstoff

Obwohl es einer der größten Rohölproduzenten der Welt ist, sieht sich Russland mit etwas konfrontiert, das fast unmöglich klingt: leere Tankstellen und kilometerlange Schlangen, in denen die Bürger bis zu 36 Stunden auf Benzin warten.

Die Ursache ist eine Serie ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Raffinerien. Die Schäden sind so gravierend, dass die heimische Kraftstoffproduktion den Bedarf nicht mehr deckt, weshalb Moskau Benzin aus dem Ausland sucht - aus Belarus und Indien. Vom Ölexporteur hat sich Russland in ein Land verwandelt, das dringend nach Kraftstoff fahndet.

Die Geschichte ist lehrreich für jeden, der glaubt, militärische Macht bedeute auch Unverwundbarkeit. Drohnen, im Vergleich zu allem anderen in einem Krieg relativ billig, erwiesen sich als ausreichend, um die Lebensader einer ganzen Volkswirtschaft zu treffen. Wenn die Raffinerien brennen, leidet nicht die Front - es leidet der gewöhnliche Fahrer, der stundenlang an der Tankstelle wartet, und die Umfragewerte der Regierung, die Stabilität versprochen hatte.

Für einen Leser auf dem Balkan trägt das auch eine weiterreichende Botschaft. Der Krieg in der Ukraine ist längst nicht mehr nur ihre Sache - er trifft die Kraftstoffpreise, die Energiemärkte und die Nerven ganz Europas, uns eingeschlossen. Wenn ein großer Ölproduzent kein Benzin für die eigenen Bürger hat, ist das ein Zeichen, wie brüchig das System ist, auf das wir uns alle verlassen, selbst jene, die glauben, sie seien weit von der Front entfernt.