Skip to content

Rente mit 72? Die Gewerkschaften wehren sich: Das Defizit darf nicht mit der Gesundheit der Arbeiter gelöst werden

1 Min. Lesezeit
Teilen
Rente mit 72? Die Gewerkschaften wehren sich: Das Defizit darf nicht mit der Gesundheit der Arbeiter gelöst werden

Rente mit 72? Allein die Erwähnung einer solchen Möglichkeit reichte aus, um unter den Arbeitern ernste Unruhe zu entfachen - und eine scharfe Antwort der Gewerkschaften hervorzurufen.

Das Thema brachte die Finanzministerin auf, die behauptet, es gebe noch überhaupt keine Entscheidung über eine Anhebung der Altersgrenze für den Ruhestand. Doch schon das Werfen der Zahl "72" in die Öffentlichkeit reichte. Vom Gewerkschaftsbund (SSM) reagierte man sofort: "Das Defizit des Rentenfonds lässt sich nicht durch eine Verlängerung des Arbeitslebens lösen."

Statt bis ins hohe Alter zu arbeiten, fordern die Gewerkschaften das Gegenteil - Frührenten, begünstigte Dienstzeit für schwere Berufe und Reformen, die das System stabilisieren, ohne dass die Arbeiter mit ihrer Gesundheit dafür zahlen. Und in einem haben sie recht: Das Defizit des Fonds ist ein reales Problem, doch die Frage ist, wer es deckt. Bislang war es jedes Mal, wenn die Rechnung nicht aufging, am einfachsten, die Last auf den Rücken derer zu verlagern, die arbeiten.

Der Balkan-Arbeiter kennt dieses Spiel gut. Die Arbeit ist körperlich schwer, das Leben kürzer, und dennoch steigt die Altersgrenze für die Rente - als wäre die Lebenserwartung eines Bergmanns oder Bauarbeiters dieselbe wie die eines Menschen hinter dem Schreibtisch. Ob der Staat wirklich erwägt, die Menschen bis 72 arbeiten zu lassen, oder nur testet, wie viel die Öffentlichkeit erträgt - das wird sich zeigen. Aber eines ist klar: Ein einmal geöffnetes Thema schließt sich schwer.