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Lehrer in Bitola unterrichtete ein ganzes Schuljahr lang, ohne zu wissen, dass er gekündigt war - Drohung: wenn er an die Öffentlichkeit geht, arbeitet er nie wieder

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Lehrer in Bitola unterrichtete ein ganzes Schuljahr lang, ohne zu wissen, dass er gekündigt war - Drohung: wenn er an die Öffentlichkeit geht, arbeitet er nie wieder

Ein Jahr. Ein ganzes Schuljahr lang gab Stefan Popovski, Kunsterzieher an einer Schule in Bitola, Unterricht, benotete Schüler, erschien zu Lehrerkonferenzen, leitete Workshops für Wettbewerbe - ohne zu wissen, dass er gekündigt war. Das ist kein Versehen. Das ist die Art institutionellen Chaos, das nur auf dem Balkan vorkommt.

Popovski war an drei Schulen tätig, um ein volles Stundenmaß zusammenzubekommen. In einer davon - der Außenstelle „Todor Angelevski" in Gorno Orizari, Teil der Gemeinde Bitola - unterrichtete er vier Stunden pro Woche, in zwei Klassen. Er brachte Kindern Farbe, Form und Technik bei. Er nahm sie zu Kunstwettbewerben mit. Er half beim Bemalen von Wandbildern. Er verhielt sich wie ein regulärer Mitarbeiter. Weil er glaubte, einer zu sein.

Die Realität war eine andere. Popovski war im Januar 2025 dauerhaft entlassen worden. Aus der Lohnliste war er gestrichen. Einen Vertrag hatte er nicht. Ein Kündigungsdokument bekam er nicht - und unterschrieb auch keines. Er erfuhr es erst kürzlich, als er eine Unregelmäßigkeit bei der Gehaltszahlung bemerkte. Bei der Nachfrage hieß es: Sie sind nicht mehr angestellt. Seit einem Jahr.

Als er ein Dokument verlangte, erhielt er einen Kündigungsbescheid vom 29. Januar 2025. Einen Bescheid, den er nie unterschrieben hat, ohne offiziellen Stempel, nur mit der Unterschrift eines früheren Direktors. Anders gesagt - ein Schriftstück wurde verfasst und angeblich übergeben, ohne ordentliches Verfahren, ohne Zeugen, ohne unterzeichneten Eintrag in seiner Personalakte. Ein Szenario, das juristisch nicht gültig sein dürfte. Im Schulkontext von Bitola funktioniert es offenbar trotzdem.

Popovski forderte ausstehenden Lohn und Dienstzeit für die Monate, in denen er tatsächlich gearbeitet hatte. Die Antwort: Hausverbot in der Schule und die Botschaft, dass er nie wieder im Bildungswesen arbeiten werde, wenn er an die Öffentlichkeit gehe. Eine direkte Drohung gegen die Karriere eines Lehrers. Aus dem Schulgebäude, nicht aus irgendeiner Mafia-Hinterzimmerlounge.

Die offene Frage - sind die Noten, die Popovski ein ganzes Schuljahr lang ins E-Notenbuch eingetragen hat, überhaupt gültig? War er rechtlich nicht angestellt, dürften seine Noten keine Kraft haben. Was passiert mit den Schülern? Müssen sie das Jahr wiederholen? Werden die Ergebnisse der Kunstwettbewerbe annulliert? Niemand hat eine Antwort. Das Bildungsministerium schweigt. Die Gemeinde Bitola, vertreten durch Bürgermeister Toni Konjanovski, verspricht „eine Prüfung". Die Standardantwort, wenn etwas sichtbar auseinanderbricht. Stefan Popovski bereitet jetzt eine Klage vor, und wenn die Schule sich vor Gericht erklären muss, wird sich vielleicht zeigen, ob das ein „Einzelfall" ist oder Teil eines Systems.