Skip to content

Hinter impulsivem Kaufen stehen Müdigkeit und Einsamkeit, nicht schlechter Geschmack: Eine Psychologin erklärt, was wir wirklich kaufen

1 Min. Lesezeit
Teilen
Hinter impulsivem Kaufen stehen Müdigkeit und Einsamkeit, nicht schlechter Geschmack: Eine Psychologin erklärt, was wir wirklich kaufen

Du kaufst etwas, das du nicht brauchst, und fragst dich danach, warum. Laut der Psychologin Esther Boadas, Leiterin des Zentrums Sukha, liegt die Antwort selten in der Sache, die man kauft - sondern in dem, was man im Moment vor dem Kauf fühlt.

„Hinter einem impulsiven Kauf finden wir oft Müdigkeit, Einsamkeit oder ein Bedürfnis nach Selbstfürsorge“, sagt Boadas. Kaufen, Essen, sogar Tätowieren können als Weg dienen, Emotionen zu regulieren, wenn einem Menschen andere Werkzeuge fehlen, um mit starken Gefühlen umzugehen. Manchmal bedeutet der Gegenstand wirklich etwas - eine Erinnerung, eine Identität, eine durchlebte Erfahrung. Ein andermal ist es nur Flucht.

Boadas räumt auch mit einem Mythos auf, der in den sozialen Medien kursiert - dass hochsensible Menschen mehr Geld ausgeben als andere. Die wissenschaftlichen Belege bestätigen das nicht. Was manche Menschen haben, ist ein Bedürfnis nach stärkeren Reizen, um die Aufmerksamkeit zu halten, aber das bedeutet nicht automatisch ein leeres Konto am Monatsende.

Das eigentliche Problem, sagt sie, tritt auf, wenn Kaufen zu einem systematischen Ventil wird - wenn man jedes Mal, wenn man leer, gelangweilt oder überfordert ist, zur Karte greift. Ihr Rat ist nicht, das Verhalten mit Gewalt zu kontrollieren, sondern es zu verstehen: zu erkennen, welche Emotion hinter dem Drang steht, bevor man handelt. Manchmal ist der klügste Kauf der, den Sie nicht getätigt haben - weil Sie eine Minute innehielten und sich fragten, was Sie wirklich brauchen.