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Das Kleid sehen alle, doch wie sich die Braut den ganzen Abend bewegt, entscheidet der Schuh

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Das Kleid sehen alle, doch wie sich die Braut den ganzen Abend bewegt, entscheidet der Schuh

Christian Louboutin bemerkte einmal, Schuhe veränderten die Körpersprache. Das ist keine poetische Figur - das ist Mechanik: Der Absatz hebt die Ferse, verschiebt den Schwerpunkt, streckt die Wirbelsäule und verlagert Schultern und Hüften. Auf einer Hochzeit sehen alle zuerst das Kleid, doch wie sich die Braut den ganzen Abend bewegt, entscheidet das Schuhwerk.

Deshalb entscheiden sich immer mehr Bräute für maßgefertigte Schuhe. Und das ist nicht nur eine Laune - auch wenn es zum Teil eben das ist.

Die zwei Argumente, die die Herstellerinnen selbst verwenden

Maria Fernandez, Gründerin einer spanischen Marke für personalisiertes Schuhwerk, bringt das Argument direkt: „Ein guter Schuh kann auch den schlichtesten Look heben“ - und bewahrt einen davor, dieselben Schuhe zu tragen wie zehn weitere Bräute dieser Saison.

Irene Gil, die seit 2014 in dieser Nische arbeitet, liefert das ernstere Argument: Komfort. Maßgefertigtes Schuhwerk wird nach dem konkreten Fuß gebaut, was bei einem Absatzschuh keine Kleinigkeit ist. Und sie fügt etwas hinzu, das man sich merken sollte - der Komfort kommt nicht vom Material, sondern von der Wahl des Absatzes, vom Leisten und vom Design. Teures Leder rettet keinen falschen Leisten.

Die Regel zur Reihenfolge

Pepe Amat, Kreativdirektor einer spanischen Firma mit über 90 Jahren Geschichte, formuliert die eine Regel, über die sich alle einig sind: Das Kleid bestimmt den Schuh, nicht umgekehrt. Ein schlichtes Kleid lässt die Schuhe zur Hauptsache werden. Ein reich verziertes Kleid verlangt minimalistisches Schuhwerk, sonst kämpfen beide gegeneinander.

Und ein rein logistisches Detail: Maßgefertigte Schuhe werden zwei Monate vor den Kleiderproben bestellt. Nicht danach. Die Optionen reichen von Farben und Materialien bis zu Schnallen, Schleifen, Pompons, Swarovski-Kristallen oder Perlen.

Was Bräute jetzt verlangen

Nach Daten eines spanischen Herstellers ist Weiß seit zwei Jahren in Folge die erste Wahl, gefolgt von neutralen Tönen, Bordeaux und staubigem Rosa. Der Trend geht zu klassischen, schlichten Modellen und Pumps statt Sandalen. Die Materialien verschieben sich - Leinen, Seide, Netz und Tweed verdrängen den Samt, während Leder und Velours am bequemsten bleiben. Gefragt sind Höhen von 5, 6,5 und 8,5 Zentimetern, und der trompetenförmige Absatz ist besonders begehrt.

Die häufigste Anfrage lautet „klassisches Design mit einem Detail“. Also: Alle wollen denselben Schuh, aber mit etwas, das ihn zu ihrem macht. Das ist eine ziemlich genaue Beschreibung der Mode überhaupt, nicht nur der Hochzeitsmode.