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Renten steigen ab September: 607 Denar für die einen, 2.830 für die anderen, und ein Loch von 19 Milliarden im Fonds

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Renten steigen ab September: 607 Denar für die einen, 2.830 für die anderen, und ein Loch von 19 Milliarden im Fonds

Ab September steigen die Renten, doch diesmal bekommt nicht jeder dasselbe. Die prozentuale Anpassung kehrt zurück. Das bedeutet: Wer 20.228 Denar bezieht, erhält rund 607 Denar mehr, wer die höchste Rente von 94.332 Denar bezieht, rund 2.830. Die Differenz ist kein Rechenfehler - sie ist die Logik des Systems selbst.

Warum ausgerechnet rund drei Prozent

Die Antwort liegt in der sogenannten Schweizer Formel. Nach Artikel 37 des Gesetzes über die Renten- und Invaliditätsversicherung werden Renten zweimal jährlich angepasst, im März und im September. Die Hälfte der Berechnung stammt aus dem Wachstum des Durchschnittslohns, die andere Hälfte aus dem Anstieg der Lebenshaltungskosten.

Für die September-Anpassung werden die ersten sechs Monate 2026 mit dem zweiten Halbjahr 2025 verglichen. Der durchschnittliche Nettolohn stieg um rund 4,75 Prozent, die Lebenshaltungskosten um rund 1,17 Prozent. In die Formel eingesetzt ergeben sie 2,96 Prozent. Die Löhne sind also der Motor dieser Erhöhung, die Inflation trägt deutlich weniger bei. Der endgültige Prozentsatz muss noch offiziell festgestellt werden.

Ministerpräsident Hristijan Mickoski kündigte die Anpassung als regulär und gesetzeskonform an und erklärte, der genaue Betrag werde bald feststehen. In den vergangenen zwei Jahren erhielten Rentner lineare Erhöhungen von jeweils 7.000 Denar.

Wer wie viel bekommt

Liegt die Rate bei drei Prozent, bringt eine Rente von 20.000 Denar 600 Denar mehr, eine von 25.000 bringt 750, eine von 30.000 bringt 900, eine von 40.000 bringt 1.200 und eine von 50.000 bringt 1.500 Denar. Die höchste Rente im Land beziehen nur acht Personen. Sie erhalten den größten nominalen Zuwachs.

Darin liegt der wesentliche Unterschied zu den linearen Erhöhungen: Damals bekamen alle denselben Betrag, jetzt bekommt jeder denselben Prozentsatz seiner eigenen Rente. Wer mehr hatte, bekommt mehr. Das lässt sich als gerecht verteidigen - wer höhere Beiträge einzahlte, bekommt mehr zurück - doch für den Rentner mit 20.000 Denar ist der Unterschied zwischen 600 und 7.000 Denar keine Abstraktion.

Die Rechnung des Fonds

Im Land gibt es über 350.000 Rentenempfänger, allein im ersten Halbjahr dieses Jahres stieg ihre Zahl um 1.876. Das bedeutet für sich genommen zusätzliche Ausgaben, noch bevor die neue Anpassung überhaupt berechnet ist.

Das Problem: Der Rentenfonds deckt seine Ausgaben nicht allein aus Beiträgen. Laut der Prüfung des Staatlichen Rechnungshofs für 2024 stiegen die Beitragseinnahmen um 14 Prozent auf 71,4 Milliarden Denar. Die Rentenausgaben überstiegen dagegen 90,2 Milliarden. Das Loch stopft der Staatshaushalt.

Genau deshalb wurden kürzlich rund 4,75 Milliarden Denar, also 77,2 Millionen Euro, die in der Arbeitsagentur angesammelt waren, in den Rentenfonds umgeleitet. Der Beitrag zur Rentenversicherung stieg von 18,8 auf 19,9 Prozent, der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung fiel von 1,2 auf 0,1 Prozent. Der Gesamtsatz blieb bei 28 Prozent - dieselbe Summe, eine andere Verteilung.

Der Direktor des Fonds, Nikola Memov, sagt, die Beiträge würden laufend eingezogen, die Transfers aus dem Haushalt seien regelmäßig und die Renten würden pünktlich ausgezahlt. Doch auch er räumt strukturelle Probleme und Reformbedarf ein. Er verweist zudem darauf, dass jährlich rund 13,5 Milliarden Denar, also 220 Millionen Euro, für die Krankenversicherung der Rentner aufgewendet werden, und stellt die Frage, ob diese Last weiterhin am Rentenfonds hängen soll.

Für September ist die Rechnung klar. Die Frage, die niemand laut stellt, lautet: Wie sieht dieselbe Rechnung in zehn oder zwanzig Jahren aus, wenn es noch mehr Empfänger gibt und noch weniger Menschen einzahlen?