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Sechs Tote durch West-Nil-Fieber in einer Saison, gegenüber fünf in vierzehn Jahren

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Sechs Tote durch West-Nil-Fieber in einer Saison, gegenüber fünf in vierzehn Jahren

Sechs Tote durch West-Nil-Fieber in einer einzigen Saison. Der letzte ist ein 72-jähriger Bewohner von Aerodrom mit Vorerkrankungen, fünfzehn Tage vor seinem Tod ins Krankenhaus eingeliefert. Für sich genommen eine schwere Zahl - dramatisch wird sie erst neben der Historie.

Von 2011, als das Virus erstmals im Land registriert wurde, bis 2025 starben insgesamt fünf Menschen. In diesem Jahr, innerhalb weniger Monate, sind es sechs. Die bestätigten Fälle dieser Saison liegen bei 51 - fast so viele wie alle bestätigten Fälle von 2011 bis 2025 zusammen. Das ist keine Fortsetzung des Trends, das ist sein Bruch.

An der Klinik für Infektionskrankheiten werden derzeit 18 Patienten behandelt, bei 15 von ihnen wurde die neuroinvasive Form der Infektion im Labor bestätigt. Fünf ältere Patienten liegen mit schwerem klinischem Bild auf der Intensivstation. Siebenundzwanzig wurden bislang geheilt und entlassen. Der jüngste stationäre Patient ist 26 Jahre alt und in gutem Zustand - was bedeutet: das Alter hilft, garantiert aber nichts.

Das Virus zirkuliert bereits vor Ort

Die entscheidende Nachricht ist nicht die Zahl der Erkrankten, sondern der Rabe in Resen. Die Agentur für Lebensmittel und Veterinärwesen bestätigte, dass ein im zentralen Park nahe der Gemeindeverwaltung verendeter Rabe mit dem Virus infiziert war. Gesundheitsminister Sasho Klekovski erklärte, warum das wichtig ist: Der Rabe ist kein Zugvogel, er lebt im selben Habitat, und sein Tod deutet auf eine lokale Zirkulation des Virus hin.

Mit anderen Worten: Das Virus wurde nicht eingeschleppt und wieder fortgetragen. Es bleibt hier. Die Zentren für öffentliche Gesundheit in Bitola und die Gemeinde Resen wurden über verstärkte Maßnahmen und Mückenbekämpfung informiert. Zwei weitere Vögel aus der Region Skopje werden getestet.

Der Appell an die Bürger lautet, tote Raben zu melden. Ein vernünftiger Appell - und zugleich ein Eingeständnis, dass das Monitoring darauf beruht, dass jemand zufällig einen toten Vogel im Park bemerkt. Die Mückenbekämpfung wiederum begann nicht mit dem Beginn der Saison, sondern als Resen einen bestätigten Fall bei einem Vogel hatte. Der Unterschied zwischen Prävention und Reaktion bemisst sich genau an solchen Tagen.

Sechs Tote in einem Jahr gegenüber fünf in vierzehn. Die Zahl ist bereits ausgesprochen. Die Frage ist, ob sie jemand rechtzeitig gehört hat.