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Der Druck, den Schiaparelli 1935 als Spott über die Presse schuf, ist jetzt bei Chanel und bei Zara

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Der Druck, den Schiaparelli 1935 als Spott über die Presse schuf, ist jetzt bei Chanel und bei Zara

Rosalia erschien in Mexiko-Stadt in einem Kleid mit gedruckten Zeitungskolumnen - ein Druck, den die Mode etwa alle zehn Jahre aus der Schublade holt und jedes Mal als Entdeckung präsentiert. Nun kehrt er in einer Capsule-Kollektion zurück, die neben Kleidern auch Oberteile, Röcke, Hemden, Hosen und Accessoires umfasst.

Das Design ist schlicht: leichter Stoff, runder Ausschnitt, gerader Schnitt und ein nach unten weiter werdender Rock, während die Grafik das Ganze trägt. Und hier beginnt der interessante Teil - denn dieser Druck hat eine längere Biografie als die meisten Modehäuser, die ihn verwenden.

Zuerst war es Spott, dann wurde es Ikone

Als Erste schuf ihn Elsa Schiaparelli 1935. Sie nahm Zeitungsausschnitte über die eigenen Erfolge und schneiderte daraus Kleidung - was, ehrlich betrachtet, ein ziemlich harter Kommentar dazu ist, wie die Presse Ruhm erzeugt und verbraucht. In den Sechzigern kehrte der Druck über Twiggy und die Miniröcke der Mod-Ära zurück.

Den Status einer Popikone gab ihm jedoch eine Fernsehszene: Carrie Bradshaw in „Sex and the City“ im Jahr 2009, in einem Entwurf von John Galliano für Dior. Seither ist jede Rückkehr dieses Drucks eigentlich ein Verweis auf jene Szene, nicht auf Schiaparelli.

Wer ihn jetzt zurückholt

Matthieu Blazy brachte den Zeitungsdruck in die in Biarritz gezeigte Cruise-Kollektion von Chanel für 2026/2027 ein, als Verbeugung vor Coco Chanels Lesegewohnheit. Jonathan Anderson setzte ihn bei Dior für die Cruise-Kollektion 2027 auf die bekannte Bow-Tasche. Vor ihnen trugen Roberto Cavalli, Stella McCartney, Balenciaga, Moschino und Zara Varianten.

Dieselbe Idee haben also im selben Moment das oberste und das billigste Regal. Das ist meist ein Signal, dass der Trend bereits halb verbraucht ist und nicht am Anfang steht. Für Leser, die ihn tragen wollen, ist das eine gute Nachricht: Die Preise sind längst über den gesamten Markt verteilt, und den Unterschied zwischen der Modehaus- und der Filialversion sehen nur jene, die ihn suchen.

Die Mode hat, wie üblich, nichts erfunden. Sie hat nur dieselbe Seite noch einmal gelesen.