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Internistin: Schlechter Schlaf lässt schneller altern als ein ausgefallenes Training, und der Körper merkt es nach einer Nacht

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Internistin: Schlechter Schlaf lässt schneller altern als ein ausgefallenes Training, und der Körper merkt es nach einer Nacht

Die Gesundheitsindustrie verkauft Ihnen alles, was sich verpacken lässt: Nahrungsergänzung, Apps, Mitgliedschaften, Programme. Achten Sie darauf, wofür sie Ihnen nichts verkauft - Schlaf. Genau das ist die Sache, von der die Internistin Maria Fernandez von der Klinik Neleva sagt, sie lasse schneller altern als jede ausgefallene Übung, und der Körper registriere sie nach einer einzigen schlechten Nacht.

Der Satz klingt übertrieben, bis man ansieht, was im Schlaf tatsächlich passiert. Die Nacht teilt sich in zwei Hälften, jede hat ihre Aufgabe. In der ersten Hälfte, im Tiefschlaf, wird das Wachstumshormon ausgeschüttet, das Gewebe repariert, und das glymphatische System schaltet sich ein - der Kanal, über den das Gehirn Abfallstoffe abtransportiert. In der zweiten Hälfte folgt die REM-Phase, in der das Gedächtnis gefestigt wird, besonders das emotionale und erlernte Fertigkeiten.

Wird der Mangel zur Gewohnheit, ist die Rechnung konkret

Das Gehirn räumt den Abfall schwerer ab. Die Blutzuckerkontrolle verschlechtert sich. Das Cortisol steigt. Die Immunabwehr lässt nach, und im Hintergrund hält sich still ein niedriggradiger Entzündungszustand - einer von jenen, die nicht schmerzen und nicht sichtbar sind, aber auch nicht aufhören. Schon eine einzige unzureichende Nacht verändert Cortisol, Glukose und Insulin messbar.

Das Nützlichste, was Fernandez sagt, ist das, was viele nicht hören wollen: Training deckt die Schuld nicht ab. Im Gegenteil. „Training nach schlechtem Schlaf bringt zusätzliches Risiko - Verletzungen häufen sich, denn der Muskel repariert sich in Ruhe“, sagt sie. Eine Trainingsstunde nach drei Stunden Schlaf ist also keine Kompensation, sondern ein zweiter Schlag.

Die Liste ist kostenlos, was vermutlich der Grund ist, warum sie niemand bewirbt

Gleiche Zubettgeh- und Aufstehzeit, auch am Wochenende. Abendessen zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen. Keine Bildschirme in der letzten Stunde. Ein kühles, dunkles, stilles Zimmer. Kein Alkohol und kein Koffein am Nachmittag. Atemübungen oder leichtes Dehnen vor dem Zubettgehen.

Kein einziger Punkt kostet etwas. Kein einziger lässt sich in ein Fläschchen mit Etikett füllen. Ist das ein Zufall - oder die Antwort darauf, warum wir über Schlaf am wenigsten hören?