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Canterbury - die mittelalterliche englische Stadt, wo Thomas Becket 1170 in der Kathedrale ermordet wurde und heute mit Staken den Fluss befährt

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Canterbury - die mittelalterliche englische Stadt, wo Thomas Becket 1170 in der Kathedrale ermordet wurde und heute mit Staken den Fluss befährt

Es gibt englische Städte, von denen alle gehört haben und wenige tatsächlich besucht haben. Canterbury ist eine davon. Die UNESCO setzte sie auf die Welterbeliste, doch auch ohne das hinterlässt diese mittelalterliche Stadt in Kent jeden Reiseführer mit dem Gefühl, das Ganze nicht eingefangen zu haben.

Die ganze Altstadt ist eine ummauerte mittelalterliche Reliquie. Enge Gassen, Fachwerkhäuser aus dem 14. Jahrhundert, der Fluss Stour, der sich durch das Grün windet - alles authentisch, nicht für Touristen rekonstruiert. Die Kathedrale, die Hauptattraktion, ist aktiver Sitz des Erzbischofs von Canterbury - eine funktionierende kirchliche Institution, kein Museum. Die romanisch-gotische Fassade blickt seit über tausend Jahren in den Himmel.

In dieser Kathedrale ermordeten 1170 vier Ritter König Heinrichs II. den Erzbischof Thomas Becket. Die Kette begann, als Becket sich weigerte, die königliche Autorität in kirchlichen Angelegenheiten anzuerkennen, und Heinrich II. an einem betrunkenen Abend angeblich laut murmelte: „Wird mich niemand von diesem unruhestiftenden Priester befreien?" Die Ritter nahmen es als direkten Befehl, ritten nach Canterbury und vollzogen die Tat am nördlichen Fenster. Die Stelle ist bis heute markiert. Die Heiligsprechung folgte 1173.

Die klassische mittelalterliche Vergnügung in Canterbury spielt sich auf dem Stour ab. Hölzerne „Punts" mit einem jungen Mann, der sie mit einer langen Stange durchs Wasser stakt - die gleiche Methode aus dem 19. Jahrhundert. Die Tour dauert rund 40 Minuten, ist nicht teuer, und man fährt direkt durch die ursprünglichen Hofgärten der Altstadt. Der Blick vom Wasser auf die Stadtmauer lässt sich auf Fotos nicht reproduzieren.

Zum Essen ist The Goods Shed die Empfehlung - ein Markt-Restaurant im alten Bahnhof, mit lokalen Produzenten und einer Karte, die sich an dem orientiert, was an dem Morgen frisch war. Für die Aussicht bietet der Westgate-Turm ein 360-Grad-Panorama der Stadt. Und am wichtigsten: Canterbury liegt nur 80 Minuten mit dem Zug von London entfernt, kann also als Tagesausflug funktionieren - aber es ist schade, ihn dazu zu machen. Diese Stadt verlangt mindestens eine Nacht, um sie zu spüren, sobald sich die Touristenlast verzieht.