Skip to content

Falsche Euro, Münzen „goldähnlich" und Zirkone: was die Durchsuchung in Veles zutage brachte

1 Min. Lesezeit
Teilen
Falsche Euro, Münzen „goldähnlich" und Zirkone: was die Durchsuchung in Veles zutage brachte

Die Polizei betrat ein Haus in Veles und kam mit einer Liste heraus, die eher an das Inventar einer Piratenkiste erinnert als an die Beute eines Betrugs über 5.500 Euro: gefälschte Euro-Banknoten in verschiedenen Stückelungen, serbische Dinar, gelbliche goldähnliche Münzen, Zirkone, Ringe, Ketten, Kügelchen, die Kristallen ähneln, mehrere Schmuckschatullen und Mobiltelefone.

Die Durchsuchung erfolgte auf richterliche Anordnung, dahinter steht die Koordination zwischen der Abteilung für Kriminalpolizei - Sektor für allgemeine und Gewaltkriminalität, der Polizeidirektion Ohrid und der Polizeidirektion Veles. Verdächtigt werden A.S. und D.S., beide aus Veles; die ihnen zur Last gelegten Taten wurden in Ohrid und Struga begangen.

Requisiten, kein Reichtum

Es lohnt sich, bei dem Gefundenen zu verweilen, denn es erzählt die ganze Geschichte. Das sind keine Wertgegenstände - das sind Requisiten. Münzen „goldähnlich\". Kügelchen „kristallähnlich\". Zirkone statt Steinen. Keines dieser Objekte ist für sich genommen teuer; zusammen genügen sie, um jemanden zu überzeugen, er halte etwas Teures in den Händen.

Das ist die gesamte Anatomie des klassischen Betrugs. Man braucht kein echtes Gold - man braucht einige Sekunden, in denen das Opfer nicht genau genug hinsieht. Die ebenfalls beschlagnahmten Mobiltelefone schließen den Kreis: der erste Kontakt, die Absprache, der Treffpunkt.

Nach vollständiger Dokumentation des Falls wird in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft gegen beide Anzeige erstattet.

5.500 Euro reichen, damit es wehtut

Die Summe klingt klein neben den Affären, über die wir jeden Monat lesen. Aber 5.500 Euro in Ohrid und Struga sind keine Statistik - das sind die Ersparnisse von jemandem. Und genau deshalb schaffen es solche Fälle selten in die Schlagzeilen: zu klein für einen Skandal, zu häufig, um zu überraschen.

Die Aufklärung zweier Fälle ist ein konkretes Ergebnis und gehört gesagt. Offen bleibt die Frage, die Polizeimitteilungen in aller Regel nicht enthalten: wie viele ähnliche Anzeigen liegen verteilt auf die verschiedenen Polizeidirektionen - und wie viele davon führen je zu einer Durchsuchung mit richterlicher Anordnung.