Skip to content

Acht Tische mit Nachnamen aus zwei Ländern und eine Botschaft: du brauchst keine acht Nachnamen, finde einfach deinen

1 Min. Lesezeit
Teilen
Acht Tische mit Nachnamen aus zwei Ländern und eine Botschaft: du brauchst keine acht Nachnamen, finde einfach deinen

Jede Braut kennt diese Rechnung: Das Brautkleid ist perfekt für die Kirche, unmöglich fürs Abendessen und eine Katastrophe fürs Tanzen. Die übliche Lösung lautet - zwei Kleider, doppelte Rechnung. Die katalanische Braut Carlota Llavería ging von der umgekehrten Annahme aus: ein Kleid, vier Looks.

Sie vertraute der Designerin Andrea Lalanza ein Modell mit Halterneck-Ausschnitt und Meerjungfrauen-Silhouette an. Der ganze Trick liegt darin, dass sich die Teile abnehmen lassen. Für die Zeremonie hatte das Kleid abknöpfbare Seidenärmel und ein Tüll-Seidentuch. Zum Cocktail wurde das Tuch abgelegt. Zum Abendessen blieben nur die Ärmel. Zum Tanzen - der pure Halterneck. „Ich wollte ein Kleid für die ganze Hochzeit”, sagte sie. Das ist kein Mode-Statement, das ist Logistik.

Die Hochzeit fand im Baix Empordà statt, in der katalanischen Masia Mas Sendra - einem traditionellen Landhaus mit großen Gärten. Die Organisatoren verteilten Zeremonie, Cocktail und Bankett auf verschiedene Freiflächen und hielten den Innenraum fürs Tanzen frei. Das Bankett war vom „Sommernachtstraum” inspiriert: weiße, zarte Leinenstoffe, gedämpftes Licht, sehr viele Kerzen und ein weißer Konzertflügel als Mittelpunkt.

Das Make-up war in erdigen Bronzetönen, mit braunem Lidschatten und braunen Lippen - eine natürliche Wahl, die sie sich näher fand als klassisches Rosa oder Rot. Die Frisur war hochgesteckt, mit einem darum gewundenen Zopf, folgte der Linie des Kleides und hielt der Sommerhitze im Empordà stand. Ohrringe und Choker waren mit Diamanten und Perlen, die Schuhe - spitze Pumps mit sechs Zentimeter Absatz.

Das beste Detail der ganzen Hochzeit ist allerdings weder das Kleid noch die Deko. Der Bräutigam ist der Basketballer Xabi López-Arostegui, ein Baske. Die Braut ist Katalanin. Die Sitzordnung spielte auf die Filme „Acht baskische Nachnamen” und „Acht katalanische Nachnamen” an, mit der Botschaft, dass man heute keine acht Nachnamen braucht - finde einfach deinen. Acht Tische trugen Nachnamen von beiden Seiten.

Die Gäste reisten aus Frankreich, Makedonien, Belgrad, Madrid, Málaga, Getxo, Bilbao, Guadalajara, Barcelona und Valencia an - eine Liste, die eine direkte Folge der Basketballkarriere des Bräutigams ist und dessen, wie weit sie ihn trug.

Die zwei emotionalen Momente waren das Sprechen der Gelübde und der Augenblick, in dem Carlota ihrer Mutter einen Strauß schenkte, während „Ay mamá” von Rigoberta Bandini lief. Später gab sie ihren eigenen Strauß ihrer Schwester - eine Geste, die nicht geplant war und genau deshalb am schwersten fiel. Bei uns wird eine Hochzeit an der Zahl der Gäste und am Essen gemessen. Diese wurde daran gemessen, was die Leute fühlten - schwerer zu organisieren und unmöglich zu fotografieren.