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Begnadigung nach 17,5 Jahren: Was genau hat das Strafmaß von Šefije Jakupi bemessen?

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Begnadigung nach 17,5 Jahren: Was genau hat das Strafmaß von Šefije Jakupi bemessen?

Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova hat die Strafe der 71-jährigen Šefije Jakupi aus dem Dorf Zajas bei Kičevo um ein Jahr und sechs Monate verkürzt. Es ist keine Freilassung, sondern eine Teilbegnadigung: eine Verkürzung des noch nicht verbüßten Teils. Jakupi hat bereits rund siebzehneinhalb Jahre einer zwanzigjährigen Strafe für die Ermordung ihres Ehemanns verbüßt.

Der Fall gehört zu denen, die die makedonische Öffentlichkeit wegen der Brutalität der Tatausführung erinnert. Die Tötung geschah im Dezember 2007 in Düsseldorf, nach vierunddreißig Ehejahren. Die Leiche wurde nie gefunden. Jakupi kehrte später nach Kičevo zurück und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Demir Hisar aufgespürt.

Ihre Verteidigung stützt sich auf eine Behauptung, die in makedonischen Gerichtssälen häufiger fällt, als die Statistik zugibt: Sie sei jahrelang misshandelt und eingeschlossen worden. Eine solche Behauptung löscht das Verbrechen nicht und macht daraus nichts anderes. Aber sie stellt die Frage, die 2007 niemand rechtzeitig gestellt hat: Wo waren die Institutionen in diesen vierunddreißig Jahren?

Die Begnadigung als stille Institution

Die Begnadigung durch die Präsidentin ist eine verfassungsmäßige Befugnis und verlangt keine Begründung gegenüber der Öffentlichkeit. Genau deshalb öffnet jede Begnadigung dieselbe Lücke: Der Bürger erfährt, dass eine Strafe verkürzt wurde, aber nicht, warum diese Strafe und nicht eine andere. War das Alter entscheidend, der Gesundheitszustand, die verbüßten siebzehneinhalb Jahre - oder die Umstände vor der Tat?

Bei zwanzig Jahren Haft sind achtzehn Monate kein dramatischer Schritt, sondern eine feine Korrektur am Ende eines langen Zeitraums. Doch das Schweigen über die Kriterien lässt selbst eine kleine Entscheidung willkürlich erscheinen. Erklärt eine Institution ihr Denken nicht, füllt die Öffentlichkeit die Lücke mit eigenen Annahmen.

Šefije Jakupi kommt eineinhalb Jahre früher frei. Die offene Frage ist nicht, ob sie es verdient hat, sondern ob überhaupt jemand erfährt, nach welchem Maßstab bemessen wurde.