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Sie gruben Erz neben Strugas Quellen und verseuchten das Wasser 30-fach über dem Grenzwert - das Verbot gab es schon seit sechs Monaten

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Sie gruben Erz neben Strugas Quellen und verseuchten das Wasser 30-fach über dem Grenzwert - das Verbot gab es schon seit sechs Monaten

Struga war ohne Wasser. Die Menschen durften weder aus dem Hahn trinken noch sich die Hände waschen. Die Ursache war weder Dürre noch ein Rohrbruch noch ein altes Leitungsnetz - zwei Männer und eine Firma bauten Erz in der Nähe jener Quellen ab, die die Stadt versorgen.

Die Polizei in Struga erstattete Strafanzeige gegen H.M., 50, und N.K., 54, beide aus dem Dorf Velešta, sowie gegen eine juristische Person aus demselben Dorf. Die Vorwürfe: Usurpation unbeweglichen Eigentums, unerlaubter Abbau mineralischer Rohstoffe, Gefährdung der Sicherheit bei Bauarbeiten und Verunreinigung von Trinkwasser.

Nach Polizeiangaben fand der Abbau auf mehreren Katasterparzellen statt - privaten, fremden und staatlichen - ohne gültige Konzessionsverträge. Es geht also nicht um eine Firma, die eine Genehmigung überschritten hat. Es geht um Graben ohne jede Genehmigung, auf fremdem Land, neben den Šum-Quellen.

Dreißigfach über dem Grenzwert

Das ist die Zahl, die am meisten sagt. Die im Trinkwasser gemessenen Werte überschritten die zulässigen um mehr als das 30-Fache. Die Folge: eine lang andauernde Unterbrechung der Wasserversorgung und ein Verbot, das Wasser zum Trinken, zur Körperpflege und zum Händewaschen zu nutzen.

Eine Stadt ohne Wasser zum Händewaschen, im sechsundzwanzigsten Jahr dieses Jahrhunderts, weil jemand dort Erz abbaute, wo er es nicht durfte.

Und das war nicht das erste Signal

Das unangenehmste Detail der ganzen Geschichte: Vor sechs Monaten hatte die Staatsanwaltschaft bereits Maßnahmen erlassen, die zwei Firmen aus der Gegend untersagten, die Parzellen zu betreten und in der Nähe der Šum-Quellen Arbeiten auszuführen.

Sechs Monate. Also wusste jemand bereits, dass dort gegraben wird, jemand hatte bereits entschieden, dass das aufhören muss, und jemand hatte das bereits zu Papier gebracht.

Das Verbot bestand. Das Graben ging weiter. Das Wasser wurde verseucht.

Die beiden aus Velešta haben sich für ihr Handeln zu verantworten, und das ist genau richtig so - sie haben gegraben, sie haben sich entschieden weiterzumachen. Doch neben ihrer Verantwortung steht eine zweite Frage, die nicht an sie geht: Wer hätte prüfen müssen, ob das Verbot von vor sechs Monaten überhaupt eingehalten wird?

Denn wenn die Antwort niemand lautet, ist das nächste Verbot genau so viel wert wie dieses.