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Das gesamte Innenministerium verlor über Nacht die Krankenversicherung: Polizisten wegen einer nicht verbuchten Position von der Chemotherapie weggeschickt

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Das gesamte Innenministerium verlor über Nacht die Krankenversicherung: Polizisten wegen einer nicht verbuchten Position von der Chemotherapie weggeschickt

Ein Polizist sitzt im Wartezimmer der Onkologie, die Überweisung in der Hand, und hört, dass er heute keine Chemotherapie bekommt. Nicht, weil kein Platz frei ist. Nicht, weil das Medikament fehlt. Sondern weil das System ihn nicht als Versicherten erkennt. Das ist keine Szene aus einem schlechten Drama - das ist seit gestern die Lage der Beschäftigten im Innenministerium.

Das gesamte Innenministerium verlor über Nacht die Krankenversicherung. Menschen wurden von der Chemotherapie weggeschickt, von diagnostischen Eingriffen, aus Laboren, mit einer schlichten Erklärung: entweder privat zahlen oder warten, bis die Sache geklärt ist. Tausende Beschäftigte, in einem Moment, für das Gesundheitssystem administrativ nicht existent.

Ein Fehler, die ganze Institution

Die Ursache ist laut Quellen aus dem Krankenversicherungsfonds bekannt und langweilig wiederholbar. Ein Polizeibeamter wurde durch ein rechtskräftiges Gerichtsurteil wieder eingestellt. Seine Beiträge wurden nicht rechtzeitig verbucht. Und weil die Softwareverbindung zwischen Ministerium und Fonds nach dem Prinzip „alle oder niemand" funktioniert, reißt eine Sperre wegen eines Einzelnen alle mit.

Es ist nicht das erste Mal. Ende Juni dieses Jahres passierte dasselbe - damals wegen einer falschen Personenkennziffer eines per Gerichtsurteil wieder eingestellten Polizisten. Das Problem ist also identifiziert, der Mechanismus verstanden, und die Lösung - existiert nicht. Ein System, in dem ein Tippfehler sämtlichen Polizeiangehörigen die Krankenversicherung entzieht, ist kein System, sondern eine Improvisation, die auf ihre Tragödie wartet.

Die Gewerkschaft reagiert, das Ministerium schweigt

Die unabhängige Polizeigewerkschaft reagierte. „Wir halten solche Situationen für unzulässig, und sie dürfen sich im Fonds nicht wiederholen, besonders wenn es um die Krankenversicherung von Polizeibeamten geht", heißt es in der Mitteilung. Die Gewerkschaft kündigte ein Schreiben an den Innenminister an, mit der Forderung nach sofortiger Intervention beim Fonds und nach einer dauerhaften Lösung.

Man beachte die Formulierung - die Gewerkschaft bittet ihren eigenen Minister, bei einer anderen Institution zu intervenieren, damit die Menschen, die er führt, ihre Rechte zurückbekommen. Das ist ein Eingeständnis: Das Ministerium hat keinen Mechanismus, das selbst zu lösen, und der Fonds hat ohne Druck kein Motiv dazu. Zwischen den beiden Institutionen steht ein Polizist in der Chemotherapie.

Wer zahlt für den technischen Fehler?

Den Quellen zufolge sollten die Beiträge für den betroffenen Beschäftigten im Lauf des Tages verbucht werden, danach entsperrt sich das System und alle bekommen ihre Versicherung zurück. Mit anderen Worten - das Problem löst sich von selbst, an einem Tag, jedes Mal. Und genau deshalb wird niemand zur Rechenschaft gezogen.

Aber ein Tag genügt. Er genügt, um eine Therapie abzusagen, eine Diagnostik zu verschieben, einen wochenlang erwarteten Termin zu verlieren. Für einen Krebspatienten ist ein Tag keine Verwaltungskleinigkeit.

Die offene Frage ist nicht technisch, sondern politisch: Warum ist die Software zweier staatlicher Institutionen noch immer nicht so entkoppelt, dass ein Fehler bei einem Beschäftigten nicht alle mitreißt? Die Antwort darauf braucht keine Millionen Euro, keine EU-Fonds, keine Reformstrategie. Sie braucht jemanden, der sich hinsetzt und es macht. Bis dahin lebt jeder Beschäftigte im Innenministerium mit dem Wissen, dass sein Recht auf Behandlung davon abhängt, ob jemand rechtzeitig in ein Formular geklickt hat.