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Wie Meryl Streep ihre Gage für Der Teufel trägt Prada verdoppelte: eine Lektion in Selbstwert, die der Balkan selten lernt

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Meryl Streep hätte die Rolle der Miranda Priestly in "Der Teufel trägt Prada" beinahe abgelehnt. Nicht weil ihr das Projekt kommerziell vorkam. Weil sie das Honorar für inakzeptabel hielt. Und sie verdoppelte es.

Jetzt, mit der Premiere von "Der Teufel trägt Prada 2" und gemischten Kritiken, kommen auch die Geschichten zum Original von 2006 wieder hoch. Das Studio bot ihr eine Gage "angemessen für eine Schauspielerin mit ihrer Biografie". Streep antwortete, sie denke darüber nach, sich vom Schauspielberuf zurückzuziehen. Und wenn sie sie wollten, müssten sie es verdoppeln.

Die Gage wurde verdoppelt. Streep nahm den Film an. "Der Teufel trägt Prada" wurde einer der größten Hits von 2006 - und eine der wiedererkennbarsten Rollen von Streep der letzten 25 Jahre. Versuchen Sie, den Film ohne sie zu denken. Geht nicht. Sie ist das zentrale Element.

Zwanzig Jahre später kam die Fortsetzung in die Kinos. Die Kritiken sind ziemlich ähnlich: gut, aber nicht das Original. Nostalgie mit Zuckerguss. Eine Aufforderung, sich daran zu erinnern, wie es war, "als Mode noch als Kunstform galt".

Für Mazedonien hat diese Geschichte einen besonderen Beiklang. Die Skopjer Premiere wurde mit Cocktails und Modeprojektionen ausgerichtet - eine lokale Imitation des amerikanischen Modells. Der Balkan geht immer zur Premiere von etwas, das anderswo längst gelaufen ist - und tut das so feierlich, als wäre es eine Weltpremiere.

Aber in der Streep-Geschichte steckt mehr. Wenn eine Schauspielikone ihre Gage für einen Film verdoppelt, von dem noch niemand glaubt, dass sie darin die Hauptfigur sein wird, ist das eine Lektion in Selbstwert. Wie viele mazedonische Frauen könnten heute so mit ihrem Arbeitgeber sprechen? Wie vielen von ihnen würde das Gehalt verdoppelt, wenn sie denselben Satz sagten: "Ich denke darüber nach aufzuhören, wenn ich das Angebot nicht so annehmen kann, wie es sein müsste"?