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Der Sicherheitsdienst zog König Charles im Schlamm zurück: ein altes schottisches Spiel, das kein Protokoll kennt

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Der Sicherheitsdienst zog König Charles im Schlamm zurück: ein altes schottisches Spiel, das kein Protokoll kennt

Könige bewegen sich gewöhnlich hinter Absperrungen, Protokoll und einem sorgfältig bemessenen Abstand zur Menge. Gerade das macht das Bild aus Jedburgh im schottischen Grenzland so ungewöhnlich: König Charles III., mit 77 Jahren, in einem makellosen grauen Anzug, steht wenige Meter von etwa zwei Dutzend bulligen Männern entfernt, die sich im Schlamm um einen einzigen Ball aufeinanderstürzen.

Anlass war ein alter schottischer Brauch - das traditionelle Straßenballspiel, das weder Regeln noch Grenzen kennt, wie sie der moderne Sport hat. Der König führte den zeremoniellen Anstoß aus, brachte den Ball ins Spiel, und dann kam das, worauf einen kein Protokoll vorbereiten kann: Die Spieler stürmten auf den Ball zu und gerieten gefährlich nah an den Monarchen. Der Sicherheitsdienst reagierte sofort - er bildete einen Schutzkreis um Charles und zog ihn zurück, während sich das Knäuel aus Körpern am Boden rangelte.

Es endete ohne Zwischenfall. Der König blieb ruhig, schaute weiter zu und plauderte mit den Teilnehmern, und der Vereinspräsident erzählte später, „der König hörte nicht auf zu lachen, wie rau das Spiel war". Zuvor hatte Charles gescherzt, dass es auf dem Feld nicht gerade viele „Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen" gebe.

Die Szene hat etwas Entwaffnendes. Eine jahrhundertealte Institution, darauf geschult, jedes Bild zu kontrollieren, trifft plötzlich auf einen Brauch, der noch älter ist als sie - und muss einen Schritt zurücktreten. Der Sicherheitsdienst tat seine Arbeit, doch gerade dieses Zurückweichen zeigte die Monarchie kurz so, wie man sie selten zu sehen bekommt: nicht als unantastbares Bild, sondern als alter Mann im grauen Anzug, der mitten im Schlamm lacht.