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Kroatien ist EU-Meister im Mietenanstieg: der nachbarschaftliche Spiegel der Krankheit, die auch Skopje lebt

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Kroatien ist EU-Meister im Mietenanstieg: der nachbarschaftliche Spiegel der Krankheit, die auch Skopje lebt

Wer dachte, nur bei uns läuft die Miete dem Gehalt davon, sollte ins benachbarte Kroatien schauen. Es wurde Meister der Europäischen Union im Mietenanstieg - eine Wohnung zu mieten ist dort dieses Jahr ganze 22 Prozent teurer als im Vorjahr, der größte Sprung unter allen Mitgliedstaaten.

Die Zahl ist dramatisch, doch die Geschichte dahinter kennt jeder, der in der Region lebt. Kroatien erlebte in den letzten Jahren einen Tourismusboom, den Eurozonen-Beitritt und einen Zustrom ausländischer Käufer, die die Preise für Kauf und Miete nach oben trieben. Das Ergebnis: Die lokale Bevölkerung, vor allem die Jungen, findet immer schwerer eine bezahlbare Wohnung im eigenen Land.

Für Mazedonien ist das mehr als eine Nachricht aus der Nachbarschaft - es ist der Spiegel eines Trends, der sich auch bei uns beschleunigt. Skopje sieht seit Jahren zu, wie die Miete für eine anständige Wohnung die Durchschnittseinkommen übersteigt, während die Jungen länger bei den Eltern bleiben oder ins Ausland gehen. Kroatien zeigt nur die nächste Stufe derselben Krankheit: Wenn die Wohnung zur Investition für Ausländer wird statt zum Zuhause für Einheimische, zahlen den Preis die, die es sich am wenigsten leisten können.

Die Frage, der die ganze Region ausweicht, ist einfach: Was tut der Staat, wenn Wohnungen für die eigenen Bürger unerschwinglich werden? Kroatien hat trotz EU- und Eurozonen-Mitgliedschaft keine fertige Antwort. Und wenn die reichste Balkan-Erfolgsgeschichte mit demselben Problem kämpft, hat bei uns wohl kaum jemand eine Lösung in der Schublade. Bis dahin werden die Jungen weiter die Miete am Gehalt messen - und immer öfter verlieren.