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Sepsis tötet jedes Jahr rund 3 Millionen Kinder unter fünf Jahren: Efferon filtert ihr Blut mit Technologie der Moskauer Staatsuniversität

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Sepsis tötet jedes Jahr rund 3 Millionen Kinder unter fünf Jahren: Efferon filtert ihr Blut mit Technologie der Moskauer Staatsuniversität

Sepsis, die akute Entzündung infolge einer Infektion, gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern: Jedes Jahr sterben daran rund 3 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Gegen diese Zahl tritt Efferon an, ein Start-up, das ein Medizingerät zur Blutreinigung entwickelt hat und angibt, es verringere Organversagen und beschleunige die Genesung bei Kindern deutlich.

Wenn Antibiotika die überschießende Reaktion des Immunsystems nicht stoppen können, muss das Blut des Patienten gefiltert werden, um tödliche Toxine zu entfernen. Mitgründer und CEO Dima Romashin vergleicht Sepsis mit einem Brand: „Bei einem Brand gibt es zwei Dinge: die Flamme selbst und den Rauch, den sie erzeugt.“ Endotoxine sind die Flamme, Zytokine der Rauch - und das Gerät von Efferon nimmt laut Romashin, anders als andere auf dem Markt, beides gleichzeitig auf.

Das Unternehmen stellt auch Absorber für Erwachsene her, doch als besonders wirksam erweist sich nach eigenen Angaben Efferon NEO, ein Gerät speziell für Kleinkinder, die ein deutlich geringeres zirkulierendes Blutvolumen haben. Im April erhielt es die CE-Kennzeichnung, das europäische Gegenstück zur Zulassung durch die US-Behörde FDA, und wurde damit das erste multimodale Blutreinigungsgerät speziell für Sepsis bei Kindern. Heute wird es auf Intensivstationen in 30 Ländern eingesetzt, darunter in europäischen Kliniken, Saudi-Arabien und Thailand.

Entwickelt wurde die Technologie von Wissenschaftlern der Moskauer Staatsuniversität, unter ihnen Mitgründer Iwan Bessonow. Romashin, ein Serienunternehmer, übernahm dieses Jahr die Leitung, um sie zu vermarkten. Der nächste Schritt ist der Antrag auf FDA-Zulassung. Beim aktuellen Tempo rechnet das Unternehmen bis Ende 2026 mit 2 Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) Jahresumsatz.

Romashin räumt ein, dass Efferon nicht im schwindelerregenden Tempo heutiger KI-Start-ups wächst. In einer Welt, in der KI-Firmen mit Milliarden bewertet werden, bevor sie etwas verdienen, wirken 2 Millionen Dollar Umsatz bescheiden. Doch echter Erfolg, sagt er, werde anders gemessen - an jedem Kind, das nach Hause geht. Die Frage ist eine andere: Wie viele solcher Erfindungen aus osteuropäischen Laboren sind in Schubladen hängen geblieben, weil niemand kam, um sie zu verkaufen?