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Fast 70 Tonnen unsicherer Lebensmittel in acht Monaten vernichtet, und der Chef der Lebensmittelbehörde räumt ein: Die Strafen reichen nicht

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Fast 70 Tonnen unsicherer Lebensmittel in acht Monaten vernichtet, und der Chef der Lebensmittelbehörde räumt ein: Die Strafen reichen nicht

Von Januar bis August dieses Jahres führten die Inspektoren der Agentur für Lebensmittel und Veterinärwesen 74.838 Kontrollen durch und vernichteten 69.776 Kilogramm unsicherer Lebensmittel aus dem Inlandshandel und aus Importen. Die Einfuhr von weiteren 21.105 Kilogramm Lebensmitteln nichttierischen Ursprungs wurde verboten, und Lieferungen mit insgesamt 122.602 Kilogramm Produkten tierischen Ursprungs gingen in die Herkunftsländer zurück. Die Zahlen nannte Direktor Oliver Milanov zum Welternährungstag.

Das sind drei verschiedene Maßnahmen, Vernichtung, Verbot und Rücksendung, und man sollte sie nicht zu einem einzigen Müllberg addieren. Zusammen zeigen sie aber: Über 140 Tonnen verdächtiger Lebensmittel wurden an der Grenze gestoppt, und fast 70 Tonnen aus Inlandshandel und Importen landeten in der Vernichtung.

Die Einzelfälle sagen mehr als die Summe. In diesem Jahr wurde die Einfuhr von 27,5 Tonnen H-Milch aus dem Kosovo mit Aflatoxin über den zulässigen Grenzwerten verhindert, bestimmt für eine Supermarktkette. Statt in den Regalen landete die Milch auf der Deponie „Drisla“. In Bioläden wurden mehr als eine Tonne unsichere Produkte vernichtet, und 14 Betreiber waren gar nicht für den Umgang mit Lebensmitteln registriert. Allein in den letzten zwei Tagen wurden laut Milanov auf Märkten insgesamt acht Tonnen Lebensmittel beschlagnahmt.

Dann sagte der Direktor, was jeder Kunde am Marktstand ohnehin vermutet. „Die Strafen reichen nicht, sie müssen höher sein. Am Ordnungswidrigkeitengesetz wird bereits gearbeitet“, so Milanov, der doppelt so hohe Bußgelder ankündigte. Gleichzeitig beteuert er, die Lebensmittel in Mazedonien seien sicher, räumt aber ein, dass kein Staat garantieren kann, dass alle Lebensmittel hundertprozentig sicher sind.

Bei Fleisch- und Milchprodukten, die im Sommer kontrolliert wurden, fanden die Labore keine Sicherheitsprobleme. Bei einem Teil der Hersteller gab es aber Unregelmäßigkeiten in den Deklarationen, unter anderem beim Wasser- und Fettgehalt. Die Behörde nennt das eine Frage der Kennzeichnung, nicht der Sicherheit. Ein Käufer, der das Etikett liest, um zu wissen, wie viel Wasser und Fett er bezahlt, würde es wohl anders nennen.

Bürger und Firmen reichten in acht Monaten über tausend Anträge auf Kontrollen ein. Die Leute schauen hin und melden. Wenn die Behörde selbst jetzt zugibt, dass die Strafen nicht reichen: Wie lange wusste man das, bevor jemand anfing, das Gesetz zu ändern?