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Die zweite Rentensäule bekommt Multifonds: Bis 45 riskanter, über 57 sicherer, und Garantien gibt es keine

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Die zweite Rentensäule bekommt Multifonds: Bis 45 riskanter, über 57 sicherer, und Garantien gibt es keine

Das Ministerium für Sozialpolitik, Demografie und Jugend hat dem Parlament den Entwurf zur Änderung des Gesetzes über die obligatorische kapitalgedeckte Rentenversicherung übermittelt. Damit ist klar: Die zweite Rentensäule wird nicht abgeschafft, und das Geld wird auch nicht in den staatlichen Rentenversicherungsfonds überführt. Dieses Thema hatte Premierminister Hristijan Mickoski selbst aufgebracht, als er eine mögliche Verstaatlichung der Gelder erwähnte.

Stattdessen kommen Multifonds. Jeder obligatorische Rentenfonds wird drei Portfolios haben: wachstumsorientiert, ausgewogen und konservativ. Das wachstumsorientierte ist für Jüngere, mit riskanteren Anlagen und der höchsten erwarteten Rendite. Das konservative ist für jene kurz vor der Rente, mit geringem Risiko, geringer Rendite und hoher Liquidität.

Die Wahl hängt vom Alter ab. Versicherte bis 45 können das wachstumsorientierte oder das ausgewogene Portfolio wählen, zwischen 45 und 57 jedes der drei, über 57 das ausgewogene oder das konservative. Wer nicht wählt, wird automatisch eingeteilt: bis 45 ins wachstumsorientierte, von 45 bis 57 ins ausgewogene und über 57 ins konservative Portfolio. Die Rentengesellschaften müssen die Versicherten vor Vertragsunterzeichnung über die Regeln informieren.

Die Logik ist einfach: Wer jung ist, hat Zeit, Verluste aus einem schlechten Börsenjahr wieder aufzuholen, wer älter ist, nicht. Doch hier gilt die Warnung, die selten laut ausgesprochen wird: Eine höhere mögliche Rendite bedeutet keine garantiert höhere Rente, denn jede Anlage birgt Risiken.

Es geht um viel Geld. Die drei privaten Pflichtfonds KB Prvo, Sava und Triglav haben über 630.000 Mitglieder, ihr Gesamtwert liegt bei rund 3,5 Milliarden Euro. Der Premier hatte zuvor gesagt, „ein großer Teil der Versicherten der zweiten Säule wird mit dem, was er auf seinem Konto sieht, nicht zufrieden sein“. Der Verband der Rentenfonds-Verwaltungsgesellschaften warnte dagegen, eine Überführung des Geldes in den Staatsfonds bringe nur eine vorübergehende Entlastung, und erinnerte daran, dass die Gelder vererbbares Privateigentum sind.

Die Multifonds sind eine ruhigere Antwort als die Verstaatlichung, beantworten aber nicht die Frage, die der Premier selbst gestellt hat. Wenn die Menschen mit ihren Konten unzufrieden sind, lag das Problem dann darin, dass sie keine Risikowahl hatten, oder in der Höhe der Beiträge und den Renditen, die die Fonds bisher erzielt haben? Der Entwurf ist vorerst im parlamentarischen Verfahren, die endgültigen Regeln hängen davon ab, was aus den Abgeordnetenbänken kommt.