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Flugzeug nach Moskau kehrt über Litauen wegen eines Passagiers um: Vulin sagt, er habe geschlafen

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Flugzeug nach Moskau kehrt über Litauen wegen eines Passagiers um: Vulin sagt, er habe geschlafen

Die Maschine von Air Serbia auf Flug JU134 hob am Dienstag um 18:48 Uhr vom Belgrader Flughafen „Nikola Tesla“ in Richtung Moskau ab. Sie kam bis in den Süden Litauens, nahe der Grenze zu Belarus - und drehte um. In Belgrad landete sie gegen 22 Uhr nach mehr als drei Stunden in der Luft, empfangen von Polizei und Spezialkräften. Der Grund war laut Fluggesellschaft ein einziger Passagier.

Dieser Passagier ist, zumindest nach inoffiziellen Informationen serbischer Portale, Aleksandar Vulin - ehemaliger serbischer Minister, einer der engsten Vertrauten des früheren Präsidenten Aleksandar Vučić und seit Jahren einer der prominentesten prorussischen Politiker Serbiens.

„Kollegen, sind Sie meinetwegen gekommen?“

Vulin bestätigte, an Bord gewesen zu sein, behauptet aber, erst beim Aufwachen von allem erfahren zu haben. „Ich habe im Flugzeug geschlafen, ich wache auf, und man sagt mir, wir sind in Belgrad, ich schaue, da hat sich Polizei versammelt, Spezialkräfte...“, erzählte er. Die Polizisten begrüßte er laut Berichten mit der Frage: „Kollegen, sind Sie meinetwegen gekommen?“

Er sagt, er sei zusammen mit den anderen Passagieren erneut durch die Sicherheitskontrolle gegangen und danach noch einmal allein. „Absolut nichts Illegales wurde bei mir gefunden, weil da auch nichts sein konnte“, sagte er und fügte hinzu, er hoffe, bald fliegen zu können, „wenn sie keinen Weg finden, mich daran zu hindern, nach Moskau zu reisen, und legal können sie das nicht“. Nach Russland reise er nicht als Tourist, sondern dienstlich - um für eine Verlängerung des Gasabkommens zwischen Serbien und Russland zu kämpfen. Vulin ist seit Mai 2025 Vorsitzender des Aufsichtsrats von Srbijagas.

Wer hat die Kontrolle umgangen?

Hier wird die Geschichte interessanter. Inoffiziellen Informationen zufolge ging Vulin ohne die vorgeschriebene Sicherheitskontrolle an Bord, und jemand soll ihm geholfen haben, das Verfahren zu umgehen. Milan Kuč, Direktor für Unternehmenssicherheit am Flughafen und früheres Mitglied der militärischen Eliteeinheit „Kobre“, sah sich später die Kameraaufnahmen an, bemerkte die Unregelmäßigkeit und ordnete die Rückkehr der Maschine an. Es gibt auch Behauptungen, sein Gepäck sei nicht durch die Anti-Sabotage-Kontrolle gegangen. Nichts davon haben die zuständigen Behörden bestätigt.

Air Serbia bestätigte nur, dass die Maschine wegen zusätzlicher Sicherheitsüberprüfungen eines Passagiers zurückgekehrt sei, ohne ihn zu nennen. Das Unternehmen betonte eilig, für die Kontrolle von Passagieren und Gepäck seien die Flughafendienste zuständig, nicht die Crew. Übersetzt: Schaut nicht uns an.

An Bord waren laut denselben Quellen auch Srbijagas-Direktor Dušan Bajatović und der Vorsitzende der Serbischen Volkspartei Nenad Popović. Alle drei sind seit Jahren mit der Macht Vučićs verbunden, und alle drei verbinden enge Beziehungen zu Russland. Oppositionsführer Srđan Milivojević fragte sofort: „Wer flieht da heute Abend mit dem Flug um 18:30 Uhr nach Moskau?“ Einen Beweis für eine Flucht gibt es bislang nicht.

Zeitweise verfolgten mehr als 12.000 Menschen den Flug auf Flightradar24 - der meistverfolgte Flug der Welt. Wenn jemand tatsächlich an der Flughafenkontrolle vorbeikam, weil er „einer von uns“ ist, lautet die eigentliche Frage nicht, wohin Vulin flog, sondern wer ihm die Tür geöffnet hat. Und wie oft schaut sich überhaupt jemand diese Aufnahmen an?