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Schuldgefühle beim Ausruhen: Eine Internistin schlägt sechs kleine Veränderungen vor, vom Tageslicht bis zu leeren Stunden im Tag

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Schuldgefühle beim Ausruhen: Eine Internistin schlägt sechs kleine Veränderungen vor, vom Tageslicht bis zu leeren Stunden im Tag

Wir leben, als müsse man sich Erholung erst verdienen. Ein freier Nachmittag ohne Verpflichtungen löst Schuldgefühle aus, und ein leerer Tag im Kalender klingt wie das Eingeständnis eines Scheiterns. Die Fachärztin für Innere Medizin Daniela Silva sagt, dieses Tempo treffe die psychische Gesundheit direkt: Ohne Zeit, sich vom Stress zu erholen, werden Gefühle immer schwerer zu kontrollieren.

Ihr Ansatz ist präventiv - die eigenen Grenzen erkennen, bevor der Körper sie einem zeigt, und die Routine in kleinen Schritten ändern statt mit großen Vorsätzen. Der Psychologe José Jaime Pascual Piqueres, Autor des Buches „Du musst dich nicht reparieren“, verbindet die Schuldgefühle beim Ausruhen mit der Kultur ständiger Selbstoptimierung und Produktivität. Er schlägt einige Fragen zur Selbstprüfung vor: Wie viel verlangen wir von uns, und wessen „perfekte Version“ jagen wir eigentlich hinterher?

Die erste Veränderung ist das Abschalten der Bildschirme. Silva empfiehlt, persönliche Treffen dem Scrollen vorzuziehen. Ein Kaffee mit einer Freundin ist mehr wert als eine Stunde, in der man auf dem Handy das Leben anderer betrachtet.

Die zweite ist Tageslicht, auch an überladenen Tagen. Ein paar Minuten draußen, auf dem Weg zur Arbeit oder in der Pause, sind kein Luxus.

Die dritte ist Bewegung - als Mittel gegen Stress und gegen Gedanken, die sich im Kreis drehen, aber ohne dass sie zu einer weiteren Pflicht auf der Liste wird. Die vierte ist das Essen: gesund, aber ohne Strenge und ohne das Gefühl der Bestrafung.

Die fünfte ist der Schlaf. Das Schlafzimmer sollte kühl und gelüftet sein, mit Bedingungen, unter denen sich der Körper wirklich erholt. Die sechste ist für viele vielleicht die schwerste: Teile des Tages ganz ohne Plan zu lassen.

Nichts davon kostet Geld, und genau deshalb überspringen wir es leicht. Wie oft haben Sie gesagt, Sie würden sich „in der Rente ausruhen“? Das Fazit der Ärztin ist einfach: Erholung ist ein notwendiger Teil des Alltags, keine Belohnung, die man sich verdienen muss.