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Zehn Bänke mit Versen am Uhrturm: In Bitola verließ die Poesie die Bücher

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Zehn Bänke mit Versen am Uhrturm: In Bitola verließ die Poesie die Bücher

Zehn Bänke in den Parks rund um den Uhrturm in Bitola sind nicht mehr nur ein Platz zum Sitzen. Auf ihnen sind Tafeln mit Versen ausgewählter Autoren angebracht, dazu QR-Codes, über die jeder, der sich setzt, mehr über den Autor und sein Werk erfahren kann.

Die Aktion „Die Stadt liest Poesie“ lief vom 25. bis 27. August und wurde vom Jugendkulturzentrum Bitola im Rahmen des Jugendführungsprogramms Global Learning umgesetzt. Die jungen Freiwilligen reinigten, präparierten und strichen die Bänke selbst. Keine bezahlte Truppe, keine Ausschreibung - Freiwillige mit Pinsel.

Die Idee ist einfach, und genau deshalb funktioniert sie: Die Poesie soll aus den Büchern heraus und dorthin, wo die Menschen tatsächlich sind - in den Park, auf die Straße, in die Räume, in denen sie innehalten und ausruhen. „Wir wollten, dass junge Menschen diejenigen sind, die Veränderung schaffen und etwas in ihrer Stadt hinterlassen“, teilte das Jugendkulturzentrum mit.

Der Maßstab ist bemerkenswert. Das ist kein Millionenprojekt mit Banddurchschneiden und Fototermin. Es sind zehn Bänke, etwas Farbe, ein paar Tafeln und drei Arbeitstage. Doch gerade solche Eingriffe bleiben jeden Tag sichtbar, anders als weit teurere Vorhaben, an die man sich nur wegen der Pressemitteilung erinnert.

Bitola wird dadurch nicht zu Paris. Aber zehn Bänke mit Versen sind zehn Orte mehr in der Stadt, an denen jemand eine Minute innehält und etwas liest, von dem er nicht dachte, dass er es an diesem Tag lesen würde. Für einen August ist das nicht wenig.