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Jemand warf Seil und Holz in den Wasserspeicher von Galicnik, und jetzt spart das ganze Dorf

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Jemand warf Seil und Holz in den Wasserspeicher von Galicnik, und jetzt spart das ganze Dorf

In Galicnik gilt seit dem 26. August eine Wasserrationierung - die Versorgung wird jeden Abend von 21 bis 6 Uhr unterbrochen. Die offizielle Erklärung: Trockenperiode und erhöhter Verbrauch. Es gibt aber noch eine frühere Mitteilung der Ortsgemeinschaft, die deutlich unangenehmer zu lesen ist.

Jemand hat vorsätzlich Holz, Seil und anderes fremdes Material in den öffentlichen Trinkwasserspeicher eingebracht.

Es geht nicht um Nachlässigkeit, nicht um einen abgebrochenen Ast, nicht um Schmutz, den der Wind hineingetragen hat. Die Ortsgemeinschaft wendet sich direkt an den Täter, in der zweiten Person, wie an einen bekannten Adressaten: „An die Person, die vorsätzlich Holz, Seil oder anderes fremdes Material in den Trinkwasserspeicher eingebracht hat“.

Wenn die Ortsgemeinschaft dir selbst das Strafgesetzbuch zitieren muss

Was in dieser Mitteilung folgt, sieht man in einer Bekanntmachung einer Ortsgemeinschaft selten - eine vollständige rechtliche Beschreibung der Straftat, mit Artikel und Absatz.

Sie warnen, ein solches Vorgehen könne eine Straftat nach Artikel 219 des Strafgesetzbuchs darstellen, „Verunreinigung von Trinkwasser“: „Wer Trinkwasser in Quellen, Brunnen, Zisternen oder Speichern oder sonstiges Trinkwasser durch einen schädlichen Stoff unbrauchbar macht, wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft“.

Damit hören sie nicht auf. Da der Speicher öffentlich ist und mehrere Familien das Wasser nutzen, kündigen sie an, auch die Anwendung von Artikel 291 zu prüfen - „Zerstörung oder Beschädigung öffentlicher Anlagen“, der für das Unbrauchbarmachen öffentlicher Wasseranlagen mit erheblicher Beeinträchtigung des normalen Lebens der Bürger sechs Monate bis fünf Jahre Haft vorsieht.

Fotos, Institutionen und Kameras, die erst noch kommen

Die Ortsgemeinschaft teilt mit, die Fotos seien an die zuständigen Institutionen geschickt worden und rund um den Speicher würden schnellstmöglich Überwachungskameras installiert.

Lesen Sie diesen Satz noch einmal. Das Dorf hat Fotos der Tat, kennt den Gesetzesartikel, hat die Institutionen informiert - und kauft sich in der Zwischenzeit selbst Kameras, weil das offensichtlich sonst niemand tun wird.

Galicnik ist kein anonymer Ort. Es ist eines der bekanntesten Dörfer Mazedoniens, das Bild, von dem die ganze Marke des mazedonischen Bergtourismus lebt. Und in diesem Dorf wirft jemand ein Seil in den Trinkwasserspeicher, während wegen Dürre rationiert wird.

Der Appell, der auf den Schultern der Falschen landet

Das Ende ist ein Klassiker. Die Ortsgemeinschaft appelliert an alle Bewohner und Besucher, Wasser vernünftig und verantwortungsvoll zu nutzen, ausschließlich für notwendige Zwecke, und auf das Gießen der Höfe zu verzichten. Mit gemeinsamer Verantwortung, heißt es, lasse sich die Versorgung in der Trockenzeit stabil halten.

Also: Alle sollen sparen, weil ein Mensch mit dem gemeinsamen Speicher macht, was er will. Ein Muster, das Mazedonien auswendig kennt - den Schaden richtet ein Einzelner an, die Last wird auf alle verteilt, und die Frage, ob überhaupt jemand zur Verantwortung gezogen wird, bleibt offen, während das Dorf sich selbst eine Kamera kauft.