Skip to content

Erst Geld für den kranken Sohn, dann für die Wasserrechnung: 70-Jähriger aus Skopje verlor 720.000 Denar

1 Min. Lesezeit
Teilen
Erst Geld für den kranken Sohn, dann für die Wasserrechnung: 70-Jähriger aus Skopje verlor 720.000 Denar

Ein 70-jähriger Skopjaner hat bei der Polizei angezeigt, um 720.000 Denar betrogen worden zu sein - rund 11.700 Euro. Nicht über ein gehacktes Profil, nicht über eine Krypto-Plattform, nicht über eine SMS aus einem unbekannten Land. Über ein Gespräch mit einem Mann, der ihm sagte, er brauche Hilfe, um seinen eigenen Sohn im Ausland behandeln zu lassen.

Der Vorwand war so gebaut, dass ein Nein grausam klingt. Laut Anzeige verlangte eine Person mit den Initialen A. „N“ mehrfach Geld, zunächst für die Behandlung des Kindes im Ausland. Als das durch war, kam der zweite Vorwand - eine Wasserrechnung, die beglichen werden müsse. Zwischen dem 18. Januar und Ende Februar 2026 erreichte die Summe 720.000 Denar.

Die Anzeige wurde am 5. September um 18 Uhr erstattet. Zwischen der letzten Zahlung und dem Gang zur Polizei lagen also rund sechs Monate. Sechs Monate, in denen ein Mann darauf wartete, dass das Geld von allein zurückkommt, und dann begriff, dass es das nicht tut.

Das Innenministerium erklärt, es würden Maßnahmen zur Aufklärung und vollständigen Dokumentation des Falls ergriffen. Eine Formulierung, die wir auswendig kennen und die bisher niemandem einen einzigen Denar zurückgebracht hat.

Das ist ein Betrug, der keine Technik braucht. Keine gefälschte Plattform mit fiktiven Gewinnen, kein Broker, der aus dem Ausland anruft. Nur Zugang zu einem Mann, der Ersparnisse hat und niemanden, bei dem er nachfragen kann. Ältere Menschen sind genau deshalb das Ziel: Meist haben sie beides gleichzeitig.

Nach jedem solchen Fall rät die Polizei zur Vorsicht. Der Rat stimmt, kommt aber, wenn das Geld weg ist. Die Frage, die keine Mitteilung beantwortet, lautet anders: Wessen Pflicht ist es, einen 70-Jährigen vor der ersten Zahlung zu warnen und nicht nach der letzten?