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Von zehn Bräuten blieben die schlichtesten als Referenz: Schulterpolster kehrten dort zurück, wo der Ärmel nicht funktionierte

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Von zehn Bräuten blieben die schlichtesten als Referenz: Schulterpolster kehrten dort zurück, wo der Ärmel nicht funktionierte

Anfang 2026, als Hochzeitsplaner und Designer die Trends des Jahres aufzählten, zeigten alle in dieselbe Richtung: romantische Ärmel. Und tatsächlich blieb der besondere Ärmel das gefragteste Detail bei Bräuten. Doch er überzeugt nicht jede - und dort, wo der Ärmel nicht funktioniert, wanderte die Aufmerksamkeit woandershin. Auf die Schultern.

Schulterpolster haben eine Vergangenheit, die an die Achtziger gebunden ist, was für viele Grund genug ist, sie zu fürchten. Zu Unrecht. Im bräutlichen Kontext tun sie zwei Dinge: Sie verschmälern die Silhouette und bringen eine Retro-Note, die nichts weiter um sich herum verlangt. Sie funktionieren mit minimalistischem Schnitt genauso wie mit üppigem, und genau deshalb sind sie zurück.

Am gefragtesten ist die ärmellose Variante. Victoria Carlota Terceño, Gründerin von Manech Studio, heiratete kürzlich auf Ibiza in einem Kleid mit Säulensilhouette, rundem Rückenausschnitt und markanten Schulterpolstern, geschmückt mit schmuckartigen Details. Dazu - ein langer klassischer Schleier, ein Schmuckstück um den Dutt und ein großer Kaskadenstrauß aus pfirsichfarbenen Orchideen und weißem Amarant.

Die zweite Variante stützt sich auf einen Hut. Eine große Pamela kann selbst das ruhigste Kleid verwandeln, und genau das geschah bei Andrea: ein voluminöser Eliurpi-Hut über einem geraden minimalistischen Kleid von Gina Madi - ärmellos, rückenfrei, mit Schulterpolstern und einem leichten ätherischen Umhang, der Bewegung hineinbringt. Die Hochzeit fand an der Costa Brava statt, in einem Ambiente der Fünfziger.

Bei Sofía, in der Kirche San Fermín de los Navarros in Madrid, ist die Geschichte romantischer: ein maßgefertigtes Kleid vom Valenzuela Atelier, ein geschichteter Faltenrock, Partien aus Crêpe, ein Oberteil aus besticktem Stoff, französische Ärmel und ausgeprägte Schulterpolster. Klassischer Schleier, Ohrringe, Wiesenblumenstrauß.

Clara zeigte wiederum, was Schulterpolster in Kombination mit einem Spiel der Texturen bewirken. Ihr Kleid vom Cordobeser Haus Lola Martín hatte eine leichte Silhouette, einen Gürtel an der Taille und fließende Ärmel, leicht geknittert und in einem Knoten mit Raffung am Handgelenk endend. Über dem Dutt - ein Familientiara, hinten platziert, und ein Schleier. Ohrringe mit Smaragden.

Irene wollte ein Kleid, das sich im Lauf des Tages verändert, und bekam es: eine ärmellose Crêpe-Basis mit V-Ausschnitt und Schulterpolstern für die Feier und ein Überkleid aus Seidenbambula mit bestickten Manschetten, drapiertem Rücken und langer Schleppe für die Zeremonie. Doppelte Funktion in einem Stück - eine Lösung, die so praktisch wie wirkungsvoll ist.

Ähnliche Logik gilt für Marta, die im Februar in Valencia heiratete: Ihr Kleid von Cherubina war abnehmbar gestaltet. „Es hatte einen langen Umhang, perfekt für eine winterliche Note, und eine lange elegante Schleppe, die ich bei der Feier abnehmen konnte, um in einem Kleid mit bis zum Knie offenen Knöpfen zu bleiben und auf der Tanzfläche alles zu geben”, erzählt sie.

Die übrigen drei Varianten zeigen, wie breit das Genre ist. Helena wählte in der Kirche Santa Bárbara in Madrid ein schlichtes Kleid von Alejandra Svarc - quadratischer Ausschnitt, gerade Silhouette, lange Ärmel und Schulterpolster - über das sie einen Umhang aus Seidengaze legte. Eine andere Braut entschied sich für einen skulpturalen Schnitt von Isabel Núñez und Toussette mit kurzem Wintermantel und Pamela. Und Almudena reduzierte alles auf ein Minimum: Tweed und Crêpe, lange Ärmel, hoher Hals und eine elegante Weste mit langer Schleppe, signiert von Navascués.

Am interessantesten ist dennoch Marina, deren Kleid von Anaika by Piluca Cobreros Jahre später zur Referenz für Herbsthochzeiten wurde: lange Ärmel, strukturierte Schultern, geschlossener Ausschnitt, abnehmbare Schleppe und trapezförmiger Rückenausschnitt. Ein schlichtes Kleid, das die Figur betonte, ohne dem Gesicht die Aufmerksamkeit zu nehmen.

Und darin liegt die Lehre, die selten so direkt ausgesprochen wird: Von allen zehn Bräuten bleiben nach mehreren Saisons genau die schlichtesten als Referenz. Nicht jene mit dem meisten Zierrat, sondern jene, bei denen eine einzige Entscheidung - eine strukturierte Schulter - das ganze Kleid trägt. Bei uns ist eine Hochzeit eine ernste Sache, und das Kleid bleibt jahrzehntelang in Erinnerung. Deshalb lautet die Frage nicht, was diese Saison im Trend liegt, sondern was in zwanzig Jahren auf Fotos noch besteht.