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Zwanzig Minuten sind Erholung, anderthalb Stunden sind ein Kater: Ein Schlafspezialist erklärt, warum Sie schlechter aufstehen, als Sie sich hingelegt haben

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Zwanzig Minuten sind Erholung, anderthalb Stunden sind ein Kater: Ein Schlafspezialist erklärt, warum Sie schlechter aufstehen, als Sie sich hingelegt haben

Der Mittagsschlaf wurde bei uns nie verteidigt - er wurde versteckt. Einer entschuldigt sich, er habe sich „nur kurz hingelegt”, ein anderer sagt, er habe „zwei Minuten die Augen zugemacht”, und alle wissen, dass er anderthalb Stunden geschlafen hat und schlechter aufgestanden ist, als er sich hingelegt hat. Genau dieses „schlechter als beim Hinlegen” ist der Teil, den die Wissenschaft erklärt, und die Erklärung ist einfacher als erwartet.

Der Neurologe und Schlafmediziner Eduard Estivill hat einen Zehn-Punkte-Leitfaden für den Mittagsschlaf erstellt, und seine erste Regel ist eine Zahl: zwischen zehn und zwanzig Minuten. Keine Minute mehr. „Schläfst du länger, gerätst du in den Tiefschlaf. Dann gibt es keinen Mittagsschlaf - dann gibt es einen Kater”, sagt er.

Das ist das ganze Geheimnis. Es geht nicht darum, wie müde man ist, sondern in welcher Phase einen das Aufwachen erwischt. Der Ausstieg aus dem Tiefschlaf signalisiert dem Körper, die Nacht habe gerade erst begonnen, und danach braucht er eine halbe Stunde, um zu begreifen, dass er getäuscht wurde. Deshalb steht der eine nach dem Mittagsschlaf frischer auf und der andere, als hätte man ihn verprügelt.

Die Uhrzeit zählt so viel wie die Dauer

Das natürliche Fenster liegt zwischen ein und drei Uhr nachmittags. Das ist keine spanische Gewohnheit, sondern Chronobiologie - der Körper hat in dieser Zeit ohnehin ein kleines Tief. Später zu schlafen senkt den Schlafdruck am Abend, und dann wundert sich derselbe Mensch, der um sechs Uhr nachmittags geschlafen hat, warum er bis Mitternacht an die Decke starrt.

Es gibt auch etwas, das jene entlastet, die „nicht einschlafen können, wenn sie sollen”: Man muss überhaupt nicht einschlafen. Geschlossene Augen, weniger Reize, eine ruhige Haltung - der Körper nimmt sich seinen Teil auch ohne förmliches Einschlafen. Man braucht kein dunkles Zimmer, keine Stille und keine bestimmte Decke. Das ist eine gute Nachricht für alle, die sich die Mittagsruhe wie ein Projekt vorgestellt haben.

Kaffee vor dem Schlaf, nicht danach

Der widersinnigste Rat ist zugleich der brauchbarste. Koffein wirkt nach etwa zwanzig Minuten. Trinkt man ihn direkt vor dem kurzen Schlaf, wacht man genau dann auf, wenn er zu wirken beginnt - Erholung und Wachheit im selben Paket. Estivill empfiehlt zusätzlich fünf Minuten starkes Licht, natürlich oder künstlich, und danach einen zehnminütigen Spaziergang.

Und eine Zahl, die in ihrer Alltäglichkeit vernichtend ist: Laut einer Untersuchung einer Hotelkette überschreiten 86 Prozent der Spanier, die mittags schlafen, die empfohlene Dauer, und mehr als die Hälfte schläft spontan ein, ohne Plan. Fast alle tun also genau das, worüber sie sich hinterher beklagen.

Estivill empfiehlt den Mittagsschlaf mindestens dreimal pro Woche, nicht täglich. Und er zieht eine Grenze, die man nicht überhören sollte: Er ist keine Reparatur für eine schlecht durchschlafene Nacht. „Wenn du nachts schlecht schläfst, repariert der Mittagsschlaf den Schaden nicht.” Bei uns wird der Nachmittagsschlaf oft als Tradition verteidigt. Das Problem ist: Die Tradition dauert anderthalb Stunden, die Wissenschaft gibt zwanzig Minuten - und diese zwanzig Minuten sind die einzigen, die wirklich wirken.