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Dermatologen sagen weder Ja noch Nein zur trinkbaren Pflege: Sie sagen, eine Falte lässt sich nicht trinken

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Dermatologen sagen weder Ja noch Nein zur trinkbaren Pflege: Sie sagen, eine Falte lässt sich nicht trinken

Die Hautpflegeindustrie hat ihre nächste Grenze erreicht, und die liegt nicht im Gesicht, sondern im Hals. „Trinkbare Pflege” heißen die Nahrungsergänzungsmittel, Pulver und Getränke, die versprechen, die Haut repariere sich von innen. Die Formulierung ist schön. Die Frage ist, ob sie funktioniert.

Die Definition liefert der Dermatologe Simon Urian: Ergänzungsmittel, Getränke, Pulver oder Nährstoffe, formuliert, um die Hautgesundheit von innen zu unterstützen. Die Zusammensetzung enthält meist Kollagenpeptide, Hyaluronsäure, Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und Pflanzenverbindungen.

Die Antwort der Fachleute ist interessanter als jedes „Ja” oder „Nein”. Sie sagen, hier mische sich Wissenschaft mit Marketing, die Ergebnisse seien dezent und allmählich und nie mit einer medizinischen Behandlung vergleichbar. Kein Getränk entfernt eine tiefe Falte, und keines bringt verlorenes Gesichtsvolumen zurück. Das ist der Satz, den keine Werbung je aufs Etikett schreibt.

Die am besten belegten Inhaltsstoffe sind hydrolysierte Kollagenpeptide, orale Hyaluronsäure, die Vitamine C und D, Zink, Eisen, Astaxanthin, Polyphenole, Omega-3-Fettsäuren und Carotinoide. Das ist keine kurze Liste und keine erfundene - es ist eine Liste von Stoffen, zu denen es überhaupt Literatur gibt, was man vom halben Regal nicht behaupten kann.

Die Warnzeichen sind ebenso konkret. Die Wörter „Detox” und „Reinigung”. Keine angegebene Dosierung. Das Versprechen eines sofortigen Straffungseffekts. Und jede Aufschrift, die „Wunder” in irgendeiner Variante enthält. Wenn ein Produkt nicht sagt, wie viel wovon drin ist, verkauft es keine Zusammensetzung - es verkauft eine Schachtel.

Den Zeitrahmen geben die Fachleute mit vier bis acht Wochen für erste Veränderungen an und zwei bis drei Monaten für etwas wirklich Sichtbares. Das heißt: Ein Zyklus kostet hier so viel wie mehrere Monate regelmäßigen Kaufens. Die Rechnung ist persönlich - aber sie sollte wenigstens eine Rechnung sein und keine Hoffnung.

Das Fazit der Fachleute lautet „ja, aber mit Vorbehalt”. Trinkbare Pflege kann eine Ergänzung zu Seren, professionellen Behandlungen und regelmäßigen Gewohnheiten sein. Ein Ersatz für keines der drei. Die Schönheitsindustrie hat immer dort am besten verdient, wo Hoffnung auf Ungeduld trifft - diesmal verkauft sie sie im Fläschchen.