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Wenn alle Wellen gleich sind, sieht man, womit sie gemacht wurden: Ein Friseur erklärt, warum weniger Arbeit besseres Haar ergibt

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Wenn alle Wellen gleich sind, sieht man, womit sie gemacht wurden: Ein Friseur erklärt, warum weniger Arbeit besseres Haar ergibt

Es gibt einen Frisurentyp, der aussieht, als sei er von selbst entstanden - das Haar ist an der Luft getrocknet und gut geworden. Volumen, Bewegung, undefinierte Form, manche Strähnen stärker gedreht als andere, manche Partien fast glatt. Es sieht aus, als wäre nichts gemacht worden. Tatsächlich ist es Strategie, und zwar eine viel durchdachtere als die sichtbare.

Der Privatfriseur, der seit Jahren hinter diesem Look steht, erklärte, wie er arbeitet, und die Erklärung ist das Gegenteil von allem, was wir zu Hause tun. Statt den ganzen Kopf in gleiche Teile zu unterteilen und dieselbe Welle Strähne für Strähne zu wiederholen, greift er nur dort ein, wo das Haar es seiner Ansicht nach braucht. Er nutzt ein Volumenprodukt und ein schmales Glätteisen - aber nicht überall. Manche Partien bleiben ausgeprägt, andere kaum gedreht, wieder andere behalten ihre natürliche Textur.

Und genau diese Unregelmäßigkeit ist der ganze Trick. Wie eine Haarpflege-Expertin erklärt, ist das Ziel, das Auge daran zu hindern, das Muster der Frisur zu lesen. Wenn alle Wellen dieselbe Form haben und denselben Abstand, erkennt man den Weg des Werkzeugs leicht - man sieht sofort, was gemacht wurde und womit. Eine einzige Strähne mit viel lockererer Form genügt, um diese Reihe zu unterbrechen.

Der Unterschied zeigt sich auch darin, wie das Licht fällt. „Das Ergebnis hat mehr Tiefe und Bewegung, weil nicht die gesamte Haaroberfläche das Licht reflektiert und auf dieselbe Weise fällt”, sagt sie. Und fügt einen Satz hinzu, den man behalten sollte: Die technisch perfekte Welle ist nicht immer die, die optisch am schönsten aussieht. Manchmal muss diese Perfektion etwas gestört werden, damit das Haar lebendig wird.

Es gibt eine bekannte Technik - die Richtung zu wechseln, in die jede Strähne gedreht wird. Sie funktioniert, aber was hier geschieht, geht weiter. Weniger Arbeit am Haar ergibt ein natürlicheres Resultat, was dem Instinkt widerspricht. Wenn spontane Unterschiede da sind - Partien mit mehr Bewegung, andere, die glatt fallen, Strähnen, die sich gruppieren, während andere sich lösen - entsteht genau dieser nachlässige Effekt. Wiederholst du dieselbe Welle über den ganzen Kopf, löschst du ihn.

Eine Stelle verlangt dennoch Präzision: rund ums Gesicht. Dort, sagt die Expertin, muss man darauf achten, wo genau jede Biegung beginnt, denn wenige Zentimeter verändern den ganzen Rahmen. „Eine Welle nahe am Wangenknochen kann das Gesicht völlig anders rahmen als eine, die auf Kieferhöhe beginnt.” Die Wahl hängt davon ab, wo du Offenheit willst, wo Weichheit, wo Volumen. In den inneren Lagen und hinten ist die Freiheit weit größer - dort helfen selbst weniger gedrehte Partien, dass die oberen Lagen nicht zu einer einzigen Lockenmasse verschmelzen.

Das heißt nicht, Stellen auszulassen. „Der Trick ist, das ganze Haar zu bearbeiten, aber nicht alles gleich”, fasst sie zusammen. Vor Glätteisen oder Lockenstab - Hitzeschutz, der auch Glanz gibt. Dann die Sektionen variieren: manche dicker, manche dünner, die Welle auf unterschiedlichen Höhen beginnen lassen, die Kontaktzeit mit dem Werkzeug nie identisch. Auch Strähnen, die fast glatt bleiben sollen, werden durchgezogen - nur genügt statt einer ganzen Welle eine kleine Biegung in der Mitte oder nur an der Spitze.

Zum Schluss - ein paar Tropfen Haaröl in Längen und Spitzen, für Glanz und damit die Spitzen besser aussehen, ohne die Textur zu beschweren. Und eine letzte Sache: Betrachte das Haar als Ganzes und lass es den Anschein verlieren, gerade bearbeitet worden zu sein.

„Die Idee ist, dass niemand genau erkennen kann, welche Strähnen wir mehr und welche weniger bearbeitet haben. Wenn das gelingt, funktioniert der Effekt”, schließt sie. Mit anderen Worten - die beste Frisur ist die, bei der dich niemand fragt, wo du sie hast machen lassen.