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Ein Teil, das zwei Entscheidungen abschafft: Der Overall kehrt zurück, für fünfunddreißig bis sechsundfünfzig Euro

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Ein Teil, das zwei Entscheidungen abschafft: Der Overall kehrt zurück, für fünfunddreißig bis sechsundfünfzig Euro

Es gibt ein Kleidungsstück, das die langweiligste Morgenrechnung löst - was zu was - weil es nichts gibt, wozu es passen müsste. Der Overall ist ein einziges Teil. Man zieht ihn an und ist fertig. In dieser Saison kehrt er in die Läden zurück, als Antwort auf die Rückkehr in die Stadt, zu Preisen zwischen fünfunddreißig und sechsundfünfzig Euro.

Der Schnitt, der sich durch fast alle Modelle zieht, ist derselbe: weites Bein, betonte Taille, klarer Ausschnitt und ein atmungsaktiver Stoff. Das ist kein Zufall. Das weite Bein streckt, die betonte Taille schafft eine Linie, die das gerade Bein auslöscht, und Leinen oder Viskose ist der einzige Stoff, der dreißig Grad im Büro ohne Klimaanlage übersteht.

Unter den Modellen gibt es einen gestreiften Leinen-Bombacho für rund vierzig Euro, mit Gummizug am Rücken und Bindung am Nacken. Es gibt ein fließendes beiges Modell mit rundem Ausschnitt und ohne Ärmel, das günstigste der Gruppe. Es gibt ein braunes mit Mao-Kragen und Gürtel, das teuerste von allen. Und es gibt ein asymmetrisches Modell mit einer freien Schulter, in Senf oder Rot.

Was der Overall wirklich verkauft, ist nicht der Schnitt, sondern das Ausbleiben einer Entscheidung. Die Modeindustrie verkauft uns seit Jahrzehnten die Möglichkeit der Wahl - und kassiert dann für ein Produkt, das die Wahl abschafft. Wenn ein Kleidungsstück zwei Teile der Garderobe ersetzt, ist das keine Vereinfachung, sondern eine Verlagerung der Kosten.

Für den Leser auf dem Balkan kommt eine weitere Schicht dazu. Bei uns war der Overall lange Arbeitskleidung, buchstäblich: die Uniform des Mechanikers. Die Modeindustrie nahm diesen Schnitt, schneiderte ihn in Leinen, setzte ihn auf vierzig Euro und brachte ihn als Trend zurück. Das ist kein Missbrauch, das ist genau das, was Mode immer tut. Es lohnt sich nur zu wissen, was man da genau kauft.