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Pehcevo lehnte die Rechenzentren einstimmig ab: VMRO und SDSM stimmten gegen dieselbe Initiative

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Pehcevo lehnte die Rechenzentren einstimmig ab: VMRO und SDSM stimmten gegen dieselbe Initiative

Der Rat der Gemeinde Pehcevo hat am 25. August die Initiative zur Einleitung eines Bauleitverfahrens für ein Rechenzentrum in Pancarevo einstimmig abgelehnt. Dagegen stimmten sowohl die Räte von VMRO-DPMNE als auch von SDSM - dieselben Parteien, die sich auf nationaler Ebene über genau dieses Thema streiten.

Das ist das auffälligste Detail der ganzen Geschichte. Als die Debatte aus den Fernsehstudios auf die lokale Ebene kam, zu den Menschen, die neben der Anlage leben würden, verschwand die Parteilinie.

Was niemand erfuhr

Die Öffentlichkeit erfuhr den Namen des Investors nicht. Auch nicht die Größe der Anlage. Nicht den Wasser- und Stromverbrauch. Nicht die Kühltechnologie. Nicht den wirtschaftlichen Nutzen für die Gemeinde.

Das Projekt erreichte nicht einmal die Phase der Baugenehmigung, und die technischen Grunddaten blieben unbekannt. Das ist kein Detail - das ist der Grund, warum die Räte so abstimmten, wie sie abstimmten. Es ist schwer, etwas zu genehmigen, dessen Größe man nicht kennt.

Wie viel Strom und Wasser ein Rechenzentrum frisst

Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude voller Server, dazu Speichersysteme, schnelle Internetverbindungen, Transformatoren, Batterien, Notstromaggregate und Kühltechnik. All das läuft rund um die Uhr.

Die Größe variiert drastisch. Ein kleines Zentrum hat einige Dutzend Serverschränke. Die großen Komplexe von Google, Amazon, Microsoft oder Meta sehen aus wie Industriegebiete und können Hunderte Megawatt Leistung haben.

Künstliche Intelligenz verändert die Rechnung. Modelle werden mit riesigen Datenmengen trainiert und beantworten anschließend Millionen Anfragen - dafür laufen Tausende spezialisierte Grafikprozessoren. Sie verbrauchen viel Strom und erzeugen viel Wärme auf kleinem Raum.

Die Internationale Energieagentur schätzt, dass ein großes, auf künstliche Intelligenz spezialisiertes Rechenzentrum 100 Megawatt Leistung haben und jährlich so viel Strom verbrauchen kann wie rund 100.000 Haushalte. Weltweit verbrauchten Rechenzentren 2024 etwa 415 Terawattstunden, rund 1,5 Prozent des globalen Verbrauchs - bis 2030 könnte sich dieser Wert verdoppeln.

Fast diese gesamte Energie endet als Wärme, die permanent abgeführt werden muss. Trockenkühlsysteme brauchen minimal Wasser, dafür mehr Strom, und sie erzeugen Lärm. Kühltürme brauchen weniger Strom, können aber Hunderttausende oder Millionen Liter Wasser pro Tag verbrauchen.

Mickoski hat den Investor bereits skizziert

In einem Interview mit dem US-Portal Breitbart News nannte Ministerpräsident Hristijan Mickoski den gewünschten Partner beinahe beim Namen - Chris Pavlovski, Chef der Videostreaming-Plattform Rumble, dessen Vorfahren Mazedonier sind.

„Chris investiert viel mit seinen Partnern in Europa. Ich weiß, dass sie ein großes Unternehmen in Deutschland gekauft haben, und weil er sehr starke patriotische Gefühle für das Land hat, aus dem seine Familie stammt, möchte er in Mazedonien investieren“, sagte Mickoski und kündigte ein Treffen mit ihm an.

Im selben Interview fiel etwas, das bisher nicht so offen ausgesprochen wurde: Die Wasserkraftwerke Cebren und Galiste, ein 1,5-Milliarden-Dollar-Projekt, werden als Quelle genannt, um die Rechenzentren mit Strom zu „füttern“ - und nicht, wie bisher angenommen, zur Stabilisierung des Stromsystems.

Die Fragen der Opposition und eine unbequeme Zahl aus den USA

SDSM-Chef Venko Filipce stellte eine Reihe von Fragen: Was passiert mit der Wasserversorgungskapazität für landwirtschaftliche Flächen, was mit dem Strompreis, und werden zusätzliche Importe nötig?

„Heißt das, dass Strom teurer wird, weil mehr davon verbraucht wird?! Zusätzlich werde ich von weiteren Importen abhängig sein“, sagte Filipce und verwies darauf, dass die Erzeugungskapazitäten im Land schlecht laufen.

Für VMRO-DPMNE antwortete der Abgeordnete Brane Petrusevski mit der Gegenthese - Rechenzentren seien Kapitalinvestitionen, die ausländisches Kapital und Wissen brächten und Mazedonien als regionales Zentrum für Cloud-Technologie und künstliche Intelligenz positionieren könnten.

„Und ja, Rechenzentren verbrauchen viel Energie. Genau deshalb sollten wir sie als Katalysator für neue Energieinfrastruktur nutzen“, sagte Petrusevski und verwies auf Verträge über erneuerbare Energien und Batteriespeichersysteme.

Von Levica kam die Zahl, die in dieser Debatte am wenigsten vorkommt: In den USA gibt es bereits über 500 aktive befristete oder dauerhafte Verbote und Moratorien für den Bau von Rechenzentren, allein im Juli führten mehr als 150 Städte und Bezirke solche Beschränkungen ein.

Das Gesetz kommt, die Regulierung noch nicht

Hierzulande gibt es noch keinen Rechtsrahmen. Die Regierung hat Änderungen des Gesetzes über Stadtplanung und des Baugesetzes vorbereitet, die eine neue Kategorie einführen - „Bauten zur Aufbewahrung und Speicherung digitaler Daten“.

Die Reihenfolge lautet also: zuerst ein Interview, in dem ein möglicher Investor genannt wird, dann eine Initiative vor Ort in Pehcevo, und der Rechtsrahmen wird erst geschrieben. Die Räte in Pehcevo stimmten gegen etwas, für das es weder ein Gesetz noch einen Namen noch eine Zahl gab.

Rechenzentren können eine gute Investition für Mazedonien sein. Feststellen lässt sich das aber nur mit einer Zahl - wie viele Megawatt, wie viele Liter Wasser pro Tag, welche Kühltechnologie. Solange diese Zahlen fehlen, bleibt „das neue Öl“ ein Slogan, und Pehcevo hat gezeigt, dass die Gemeinderäte das bereits gelernt haben.