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Gjorgjievski nach einem Jahr: „geerbte Schulden von fast 300 Millionen Euro“ und der Boulevard „Boris Trajkovski“ bis Jahresende

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Gjorgjievski nach einem Jahr: „geerbte Schulden von fast 300 Millionen Euro“ und der Boulevard „Boris Trajkovski“ bis Jahresende

Ein Jahr nach der Übernahme der Stadt hat Bürgermeister Orce Gjorgjievski Bilanz gezogen. Wie jede Bilanz, die derjenige schreibt, der Rechenschaft ablegt, ist sie voller Rekorde: „das beste erste Quartal in der Geschichte der Stadt Skopje“, dann „das beste zweite Quartal“ bei der Umsetzung von Investitionsprojekten.

Die Ausgangslage seien laut Gjorgjievski geerbte Schulden von fast 300 Millionen Euro und „devastierte öffentliche Betriebe“ gewesen. Die Stadt habe die laufenden Verbindlichkeiten um 322,1 Millionen Denar gesenkt und um weitere 743 Millionen Denar aus Krediten, nicht bezahlten Enteignungen, verlorenen Gerichtsverfahren samt Zinsen, nicht ausgezahlten Subventionen und übernommenen Programmaktivitäten.

Bei den städtischen Betrieben sanken die Verbindlichkeiten insgesamt um rund 2,6 Milliarden Denar: Wasser und Kanalisation um 1,66 Milliarden, der Nahverkehrsbetrieb JSP Skopje um 634 Millionen, die Stadtreinigung um 122 Millionen, „Parks und Grünflächen“ um 114 Millionen, „Stadtparken“ um 53 Millionen und „Straßen und Wege“ um 32 Millionen Denar. Das Museum der Stadt Skopje, dem im Vorjahr wegen Schulden der Strom abgestellt wurde, habe heute null Verbindlichkeiten, und das Jugendkulturzentrum DKC sowie das Kulturhaus „Kočo Racin“ seien vollständig schuldenfrei.

Versprechen mit Frist

Wichtiger als die Zahlen über die Vergangenheit sind die Fristen für die Zukunft, denn die lassen sich überprüfen. Der Boulevard „Boris Trajkovski“ in Kisela Voda, auf dem Abschnitt vom Umspannwerk in Pintija bis zum Kreisverkehr in Dračevo, soll bis Jahresende fertig sein, „vielleicht auch früher“ - für 100.000 Einwohner, die seit mehr als 30 Jahren darauf warten. Bis Jahresende soll auch die neue Vardar-Brücke in Karpoš stehen, die die Straße „Ljubljanska“ mit „Skupi“ verbindet.

Auch das Autobahnkreuz bei Momin Potok sei fast fertig, sagt Gjorgjievski. Am Boulevard „Makedonija“, der ersten unterirdischen Verkehrsstraße Skopjes, werde für die Inbetriebnahme gearbeitet. Die Trasse des ASNOM-Boulevards durch Ćeramidnica werde freigeräumt, damit die Brücke „General Mihajlo Apostolski“ endlich nutzbar wird. Und die Ausschreibung für zwei mehrstöckige Fertigteil-Parkhäuser mit über 500 Stellplätzen am Klinikzentrum stehe vor dem Abschluss.

Ein Detail der Bilanz zeigt allerdings, wie sorgfältig sie geschrieben wurde. Dort steht, das Informationszentrum KIC werde „bis Ende September null Verbindlichkeiten haben“. Veröffentlicht wurde die Bilanz am 27. Oktober. Ob die Frist eingehalten wurde, erfährt man aus dem Text nicht.

Skopje kennt Boulevards, auf die man Jahrzehnte wartet, und Brücken ohne Zufahrt. Beides hat der Bürgermeister selbst erwähnt. Die beste Bilanz dieses Jahres wird deshalb keine Rede sein, sondern der 1. Januar: Wird auf dem „Boris Trajkovski“ tatsächlich gefahren?