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Google bietet Verlagen einen Knopf an, nachdem es ihnen den Traffic genommen hat: der Klick auf eine bevorzugte Quelle ist doppelt so wahrscheinlich

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Google bietet Verlagen einen Knopf an, nachdem es ihnen den Traffic genommen hat: der Klick auf eine bevorzugte Quelle ist doppelt so wahrscheinlich

Google hat Verlagen einen neuen Knopf angeboten. Ab Donnerstag kann jede Seite in ihre Artikel eine Markierung „Preferred Sources” einbauen, mit der ein Leser per Klick sagt, dass er diese Quelle häufiger in der Suche, in Discover und in Google News sehen möchte. Das Angebot kommt in dem Moment, in dem dieselbe Firma mit ihren KI-generierten Antworten genau diesen Verlagen den Traffic entzieht.

Die Option ist nicht ganz neu. Google veröffentlichte sie im Mai in seinen KI-Produkten, im AI Mode und in den AI Overviews, zuvor gab es sie im Bereich der Top-Meldungen. Bis dahin hätten Nutzer im ganzen Netz, so das Unternehmen, über 345.000 verschiedene Quellen ausgewählt. Neu ist, dass der Leser bislang selbst auf Googles Einstellungsseite gehen und den Verlag namentlich suchen musste. Jetzt kann der Verlag den Knopf bei sich platzieren.

Was das wert ist

Nach Googles eigenen Messungen klickt ein Leser doppelt so wahrscheinlich auf eine Quelle, die er selbst als bevorzugt markiert hat. Die Zahl ist real und nicht klein. Doch beachten Sie, wessen sie ist und was sie misst: Das ist die Firma, die zugleich die Hand am Hahn und am Ventil hat und Ihnen ihre Einschätzung mitteilt, wie viel das Geschenk wert ist, das sie selbst verteilt.

Zusammen mit dem Knopf kommen zwei kleinere Dinge. In der Google-App werden Leser bald ihren Discover-Feed mit einfachen Worten justieren können: das Drei-Punkte-Menü antippen und sagen, welche Themen sie mehr und welche weniger wollen. Android-Nutzer können auf ähnliche Weise auch die täglichen Audio-Überblicke in der Google-News-App anpassen.

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das Menschen Hebel über den Algorithmus anbietet. In den vergangenen Monaten brachten mehrere große soziale Netzwerke ähnliche Regler, mit derselben Botschaft: Wenn Sie stört, was Ihnen angezeigt wird, hier ist ein Knopf. Dass die Themenwahl weiterhin in einem System stattfindet, das jemand anderes aufgesetzt hat, wird selten erwähnt.

Für einen Verlag ist die Rechnung ohnehin einfach. Ein Mechanismus, der einen Teil der Leser zurückbringt, ist besser als nichts, und der Knopf kostet eine Zeile Code. Nur sollte man benennen, was tatsächlich geschieht: Die Suchmaschine, die jahrelang das Haupttor zum Internet war, bietet Seiten nun die Möglichkeit, an ebendiesem Tor um einen Besuch zu bitten, nachdem sie selbst begonnen hat, die Menschen bei sich zu behalten.