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Zwei Schwestern, zwanzig Monate Unterschied, dieselbe Kindheit in Berkshire, dieselbe Mutter, die ihnen dasselbe beibrachte. Und dann, eines Tages - am 29. April 2011 - betrat die eine die Westminster Abbey als Braut eines künftigen Königs, und die andere trat drei Schritte hinter ihr ein und hielt die Schleppe.
Seit jenem Tag laufen die Garderoben von Kate und Pippa Middleton in entgegengesetzte Richtungen, und das ist keine Frage des Geschmacks. Es ist eine Frage dessen, was ihnen erlaubt ist.
Kate kleidet sich wie eine Institution. Strukturierte Kleider, Midilängen, einfarbige Kostüme, sorgfältig gewählte neutrale Töne und tiefe Farben. Alexander McQueen, Catherine Walker, Jenny Packham, Emilia Wickstead - Namen, die sich mit einer Vorhersehbarkeit wiederholen, die nicht zufällig ist. Jede ihrer modischen Entscheidungen ist zugleich eine protokollarische. Nicht zu kurz, nicht zu grell, nicht zu neu, nicht zu billig, nicht zu teuer. Der Raum zwischen diesen fünf Verboten ist eng, und sie bewegt sich darin mit einer Präzision, die die meisten Eleganz nennen würden und die in Wahrheit Disziplin ist.
Pippa, die am 6. September 43 wurde, kleidet sich wie ein Mensch, der niemandem Rechenschaft schuldet. Blumendrucke, leichte Stoffe, Teile, die wirken, als kämen sie vom Land, Sportkleidung, die tatsächlich getragen wird. Sie greift schneller zu einer kräftigen Farbe und einem kürzeren Schnitt. Nicht weil sie den besseren Geschmack hätte - sondern weil ihr Kleid nicht in Kolumnen über Verfassungsfragen besprochen wird.
Der Unterschied ist weder zufällig noch neu. Über ihr Kleid bei der Hochzeit der Schwester sagte Pippa: „Die Idee war nicht, dass es ein bedeutendes Kleid wird, sondern dass es zu ihrer Schleppe passt.“ Das ist der Satz eines Menschen, der schon damals wusste, wo sein Platz im Bild ist. 2013, bevor sie James Matthews kennenlernte, sagte sie auch: „Wenn ich heiraten würde, täte ich es in meinen Tennisshorts.“ Über ihre Kindheit sagte sie, sie sei „ein unweibliches und sehr entschlossenes Mädchen“ gewesen.
Matthews, den sie 2017 heiratete, ist Geschäftsmann, ehemaliger Rennfahrer und schottischer Laird von Glen Affric. Damit trat Pippa in eine Welt ein, die eigene Regeln hat, die aber niemand live überträgt.
Über ihr Verhältnis zueinander sagt sie, es habe sich nicht verändert: „Wir sind sehr eng, wir unterstützen uns und fragen einander nach der Meinung.“ Das ist eine Aussage von 2014 gegenüber einem amerikanischen Sender, und seither hat keine der beiden etwas gesagt, das ihr widerspricht.
Was sich zwischen ihnen unterscheidet, ist nicht der Geschmack, sondern das Gewicht der Folge. Bei der einen ist das Kleid eine Wahl. Bei der anderen eine Aussage, die ein ganzes Land liest.
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