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Das teuerste Stück, das die Braut am wenigsten sieht, landet in der Schublade: was die neue Generation nicht mehr kauft

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Das teuerste Stück, das die Braut am wenigsten sieht, landet in der Schublade: was die neue Generation nicht mehr kauft

Eine Regel gilt seit Generationen und ändert sich nicht: Eheringe und der Verlobungsring werden gekauft. Sie werden nicht gemietet, nicht geliehen und nicht am Montag zurückgegeben. Alles andere, was eine Braut trägt - Ohrringe, Tiara, Kette, Armband -, ist plötzlich eine offene Frage, und die Antwort der neuen Brautgeneration ist nicht die, mit der die Branche gerechnet hat.

Ohrringe sind das teuerste Stück, das man selbst am wenigsten sieht. Cristina Sancho, die hinter dem Projekt „Mit Schmuck und verrückt“ steht, formuliert es so: „Ohrringe sind weiterhin das Starstück. Sie haben eine enorme Wirkung.“ Wirkung auf das Gesicht, auf jedes Foto, auf jede Videoeinstellung. Und danach - eine Schublade.

Genau deshalb wechselte diese Kategorie als erste zur Miete. Sancho sagt einen Satz, der einen ganzen Wandel im Blick auf Luxus zusammenfasst: „Mieten hört auf, eine wirtschaftliche Entscheidung zu sein, und wird zu einer klugen Entscheidung.“ Das ist der Unterschied zwischen „ich kann es mir nicht leisten“ und „ich sehe keinen Grund, es zu besitzen“. Das Erste ist eine Beschränkung, das Zweite eine Haltung.

Die Grenze verläuft nach dem Rat der Fachleute etwa so: Gekauft wird, was Symbolik trägt oder vererbt wird - die Ringe, der Verlobungsring, ein Stück, das zur Familiensache werden soll. Geliehen oder gemietet wird, was einen Tag lang dient: Tiaras, Haarschmuck, Ketten für ein minimalistisches Kleid, Armbänder, wenn der Schnitt die Arme betont, und hohe Juwelen, die ohnehin nur einmal im Leben getragen werden.

Es gibt einen dritten Weg, der das häufigste Dilemma löst - was tun mit dem Ring der Großmutter, der schön ist, aber zu nichts aus der heutigen Auswahl passt. Die Antwort liegt in abnehmbaren Elementen: Anhänger, die sich an- und abstecken lassen, sodass das alte Stück ein neues Aussehen bekommt, ohne umgearbeitet zu werden. Das Original bleibt unangetastet.

Marisa Hernandez, Gründerin von Eme Jewels, beschreibt es als Verbindung: „Wir feiern die Symbolik zweier Generationen, die sich in Liebe verbinden.“

Würde hier eine Braut mit geliehenen Ohrringen erscheinen und es laut sagen? Auf dem Balkan hatte Schmuck bei einer Hochzeit lange eine zweite Funktion - gesehen zu werden. Deshalb ist interessant, wohin diese Generation geht: nicht zu mehr Gold, sondern zu weniger, aber mit einer Geschichte dahinter. Gewicht hört auf, das Maß des Werts zu sein.